7 Gründe für Hybrid Work und warum es das Arbeitsmodell der Zukunft ist

Vollzeit zurück ins Büro? Lieber im Homeoffice bleiben? Oder besser beides?

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Spätestens, wenn die Corona-Krise abklingt und das Homeoffice nicht mehr zwingend nötig ist, dürften sich viele Ansichten geändert haben. Wie aber sieht eine Arbeitswelt aus, die aller Voraussicht nach hybrid sein wird? Und welche Gründe sprechen für das Modell der Zukunft?
 

Über ein Jahr lang und weltweit haben viele Berufstätige Erfahrungen mit dem Homeoffice gesammelt. Und viele aktuelle Studien machen deutlich, was Unternehmen daraus für die Arbeitswelt der Zukunft mitnehmen können.

Was bedeutet hybrides Arbeiten eigentlich?

Wer „Hybrid Work“ mit Remote Work, Mobile Work oder einem flexiblen Arbeitsmodell gleichsetzt, wird dem Modell nicht gerecht. Vielmehr hat die Belegschaft beim hybriden Arbeiten die freie Wahl, wann und von wo sie ihre Arbeit erledigen möchte.

Das hat zum Ziel, die unterschiedlichsten Anforderungen an das Berufs- und Privatleben bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Im Grunde handelt es sich also um ein individuelles Nebeneinander von Büro, Homeo Office und Remote Work. Aber warum ist das hybride Arbeiten aktuell überhaupt das wahrscheinlichste Arbeitsmodell der Zukunft?

1.    Weil Büro und Homeoffice gleichermaßen gefragt sind

Die Erwartungen an die Work-Life-Balance haben sich weiterentwickelt: So hat Microsoft für den Work Trend Index die Umfrageergebnisse von 30.000 Führungskräften und Belegschaften aus insgesamt 31 Ländern ausgewertet. Hier die Kernaussagen:

  • Grundsätzlich hätten rund drei Viertel der Belegschaften (73 %) auch weiterhin gern die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können.
  • Gleichzeitig wünschen sich rund zwei Drittel (67 %) nach den bisherigen Erfahrungen aber auch mehr persönlichen Kontakt zu ihren Kollegen und Kolleginnen für die Zeit nach der Krise.
  • Und derzeit denken bereits zwei Drittel der Führungskräfte (66 %) darüber nach, ihre Büroflächen umzugestalten, um sie den Anforderungen an hybrides Arbeiten anzupassen.

2.    Weil individuelle Bedürfnisse mehr denn je zählen

Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen und Persönlichkeiten. Was den Arbeitsalltag- und Ort betrifft, gibt oder wird es allerdings kein allgemeingültiges Modell geben, das alle Bedürfnisse gleich gut abdeckt. Das muss es auch nicht. Aber ein Modell, welches das Beste aus beiden Welten verbindet, sollte in Zukunft möglich sein: Eine hybride Arbeitswelt, die den sozialen Austausch und die Räumlichkeiten des Büros mit der Flexibilität des Homeoffice oder mobilen Arbeitens verbindet.

3.    Weil Hybrid Work mehr Chancengleichheit schafft

Die Fairness und Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Arbeitswelt zählt nach wie vor zu den großen Herausforderungen. Geschlechterrollen sind weit verbreitet. Beim hybriden Arbeiten kommt es aber vielmehr darauf an, auch gleiche Chancen für verschiedene Charaktere zu schaffen.

Denn so mancher eher extrovertierter Mensch, der nur von zuhause arbeitet, fühlt sich schnell ausgeschlossen. Und so mancher introvertierter, der nur im Büro sitzt, will einfach mal seine Ruhe haben. Das hybride Arbeitsmodell kann genau das leisten und für jeden die individuell angenehmste und somit produktivste Arbeitsumgebung schaffen.

4.    Weil Kontrollverlust kein Argument mehr ist

Besonders Führungskräfte fürchten einen Kontrollverlust, wenn die Belegschaft nicht mehr in direkter Reich- und Griffweite ist. Dabei gilt es in unserer heutigen Zeit und bei jungen Talenten mehr denn je, das Vertrauen in und die Befähigung des Einzelnen zu stärken.

Ganz klar: Unternehmen, die eine nachhaltige und attraktive Arbeitskultur bieten, werden auch in Zukunft am wettbewerbsfähigsten sein. Mit dem Vorteil, dass auch die intrinsische Motivation bei den eigenen Leuten und infolgedessen die wirtschaftliche Wertschöpfung des Unternehmens steigen. Auch, wenn das hybride Arbeiten die Arbeitswelt wohl auf Dauer verändern wird, ist es nichts, wovor sich Personalabteilungen und aufgeschlossene Führungskräfte fürchten müssen.

5.    Weil Personalabteilungen darauf vorbreitet sind

Hybride Arbeitsmodelle verlangen von Unternehmen, ihren Belegschaften die Freiheit der Entscheidung zu geben, wie, wann und wo sie am produktivsten arbeiten und ihr Bestes geben können.

Die erhöhte Autonomie ist und bleibt die entscheidende Herausforderung: Wenn sie über Zeit und Ort der Arbeit, Abwesenheiten und auch in Schichtsystemen gefordert ist, darf eine schwerfällige Verwaltung sie nicht ausbremsen. So muss auch in Sachen Zeiterfassung eine hohe Eigenverantwortlichkeit möglich sein. Und im besten Fall sollte sich jeder mit einer breiten Einbindung in sämtliche Personalprozesse selbst verwalten können.

Self- Services begegnen dieser Entwicklung: Belegschaften greifen damit via Webbrowser und ihren mobilen Geräten auf Personaldaten zu, buchen Abwesenheiten, Urlaubszeiten oder nutzen die Möglichkeit, ihre Schichtwünsche digital mitzuteilen. Das erweitert individuelle Handlungsspielräume und entlastet HR-Abteilungen. Statt nur zu verwalten, konzentrieren sich Verantwortliche wieder auf wesentliche Aufgaben, was auch sie zu zufriedeneren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen macht.

6.    Weil es eine Win-Win-Situation für beide Seiten ist

Mehr denn je und vor allem im IT-Bereich gilt: Im Kampf um die besten Köpfe haben die Unternehmen die größten Chancen, die sich modernen Arbeitsmethoden gegenüber öffnen und bereit sind, mit Fachkräften über räumliche Distanzen hinweg zusammenzuarbeiten. Andererseits haben Unternehmen so auch die Möglichkeit, ihre Reichweiten überregional zu erweitern und auf einen größeren Bewerberpool zuzugreifen. Für beide Seiten bringt das hybride Arbeitsmodell also gleichermaßen Vorteile.

So hat auch der Work Trend Index von Microsoft gezeigt, dass die Zahl der Remote-Stellenausschreibungen auf LinkedIn sich allein während der Pandemie verfünffacht hat. Rund 28 % der deutschen planen sogar einen Umzug in diesem Jahr, weil sie jetzt problemlos aus der Ferne arbeiten können.

7.    Weil die Technologien für Hybrid Work schon da sind

Die Umfrage von Microsoft belegt auch, dass die Zeit, die wir in Meetings verbringen, weltweit um das 2,5-fache gestiegen ist. Auch die Anzahl der geschäftlichen und dienstlichen E-Mails war im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 40,6 Milliarden angewachsen. Und die Anzahl der Personen, die gleichzeitig an Dokumenten arbeiten, hat sich seit dem letzten Jahr um 66 % erhöht.

Was aber aktuell kein großes Wunder ist, wird sich in Zukunft noch deutlich steigern. Denn hybrides Arbeiten bedeutet ja, dass man Tag für Tag mit Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeitet, die nicht am selben Ort wie man selbst sind. Aber die ständige Kommunikation über digitale Kanäle ist herausfordernd und auch die Produktivität kann leiden, wenn mehr Zeit für Koordination und Abstimmung nötig sind – in Deutschland fühlen sich 55 % überarbeitet bzw. 42 % erschöpft.

Es liegt also an den arbeitgebenden Unternehmen und Herstellern digitaler Lösungen, eine hybride und zukünftige Arbeitskultur  zu unterstützen, die Menschen und Möglichkeiten gleichermaßen verbindet. An Herstellern von Videochat- und Meeting-Tools, Kollaborationslösungen, Infrastruktur-Anbietern und vielen mehr. Und ja: Auch wir von VEDA zählen uns dazu.