Bürokratieentlastungsgesetz III

Der gelbe Schein entfällt – sind Sie vorbereitet?

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Das Bürokratieentlastungsgesetz III ist beschlossene Sache. Und damit unter anderem die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung. Damit Sie handlungsfähig bleiben, haben wir die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst.

Ziel des Gesetzesentwurfs war, Unternehmen spürbar von Bürokratie zu entlasten, insbesondere den Mittelstand. Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, beziffert die Entlastung mit mehr als einer Milliarde Euro im Jahr und betont, dass Bürokratieabbau eine Daueraufgabe sei.

Digitalisierung macht Einzellösungen obsolet

Das Gesetz nutzt die Chancen der Digitalisierung, um die aufwendige Zettelwirtschaft zu vereinfachen, die laut Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) in vielen Bereichen herrscht. Als dafür zentrale Bausteine bezeichnet das Ministerium neben Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung sowie der deutlich kostengünstigeren Archivierung elektronisch vorliegender Steuerunterlagen die digitalen Alternativen zu den Meldescheinen aus Papier im Hotelgewerbe. Ergänzend ist die Einführung eines Basisregisters in Verbindung mit einer einheitlichen Wirtschaftsnummer geplant, was wesentlich für weitere Entlastungen der Unternehmen in dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr sei, die ihre Daten dann nur noch in dieses Basisregister eintragen müssten, während andere Register diese übernehmen.

Lohn- und Gehaltsabrechnung betroffen

Eine Änderung mit konkreten Auswirkungen auf die HR-Arbeit ist der Wegfall des sogenannten gelben Scheins, also die Einführung einer elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Mit Beginn des Jahres 2022 ist vorgesehen, dass Arbeitgeber die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei den Krankenkassen abrufen können. Die Neuerung betrifft also auch Ihre Payroll. Diverse Abrechnungsfälle können Sie mit Unterstützung durch ein smartes Tool komfortabel, zeitsparend und stets korrekt umsetzen. Mit fortschreitender Digitalisierung erwarten Mitarbeiter ohnehin, dass Sie Services rund um die Gehaltsabrechnung anbieten - wie automatisch online abrufbare Gehaltsinformationen und Entgeltformulare. Passende Software löst diese Anforderung mit Selfservices, bei denen auch Führungskräfte Zugriff auf die Daten ihrer Mitarbeiter haben.

BDI sieht ungenutztes Potential

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßt die Digitalisierung der Krankmeldung, kritisiert aber, dass bei weitem nicht alle Potentiale für mehr Bürokratieabbau und damit für größere Entlastung der Unternehmen ausgeschöpft würden. Der Verband kritisierte unter anderem die Dokumentationspflichten beim Mindestlohn und die langen Aufbewahrungsfristen im Steuerrecht. Dies greife das Gesetz nicht auf. Der BDI fordert zudem Maßnahmen, um Antragsverfahren für Industrieanlagen schneller und rechtsicherer zu machen. Es bedürfe rechtsverbindlicher Standards.

Zusätzliche Neuerungen

Enthalten ist in dem Gesetz auch eine Anhebung der umsatzsteuerlichen Kleinunternehmergrenze auf 22000 Euro im Jahr. Eine weitere Neuregelung ist, dass Gründer nur noch vierteljährlich, statt wie bisher monatlich, die Umsatzsteuervoranmeldung abgeben müssen. Weitere Änderungen des Gesetzes betreffen die Steuerbefreiung für betriebliche Gesundheitsförderung, die lohnsteuerliche Pauschalierungsgrenze für Beiträge zu einer Gruppenunfallversicherung sowie die Grenze zur Lohnsteuerpauschalierung für Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte. Auch die Archivierung von elektronisch gespeicherten Steuerunterlagen wurde neu gefasst. Künftig reicht es, wenn der Steuerpflichtige diese fünf Jahre nach einem Systemwechsel oder einer Datenauslagerung vorhält.

Fazit: Digitale Krankmeldung professionell angehen

Die digitale Krankmeldung kommt, umso wichtiger, dass Ihre Gehaltssoftware zeitgemäß arbeitet. So sollte sie ein DEÜV-Zertifikat der ITSG (Informationstechnische Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung) aufweisen, das garantiert, dass sie nach den jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften und den Regelungen zur elektronischen Datenübermittlung arbeitet. In unserem kostenlosen Whitepaper rund um alle Fragen der Entgeltabrechnung lesen Sie ausführlich, wie Sie mit einer smarten Lösung den komplexen und sensiblen Prozess stets korrekt und mit minimalem Aufwand umsetzen.