Demografischer Wandel

Und seine Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit.

 

Der demografische Wandel ist ein Thema der vergangenen Jahre. Wir haben das Wort schon lange nicht mehr gehört oder aufgegriffen, doch aufgrund von einigen Diskussionen in meinem Freundeskreis und dem Artikel meines Kollegen (Tobi) schlich sich wieder ein Gedanke in meinen Kopf: Was ist los mit der Generation Y und Z und wo bleiben die neuen „Baby Boomer“?

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Dass sich seit Jahrzehnten eine konstant niedrige Geburtenrate hält und wir eine immer weiter steigende Lebenserwartung haben wissen wir. Wir haben es gehört – in den Medien, in Vorlesungen, im Job - oder gelesen und diese Informationen mit einem bestätigenden Kopfnicken unterstrichen. Doch bin ich deswegen jetzt gleich schwanger geworden? Oder etwa meine Freundinnen oder Arbeitskolleginnen im gleichen Alter (Generation Y)? Nein! Wir arbeiten. Wir lieben was wir tun und möchten so schnell auch nicht aufhören, sondern bilden uns sogar noch weiter. Denn sind wir doch mal ehrlich: Wir haben gerade alle einen Standard in der Gesellschaft erreicht, den wir halten möchten bzw. verbessern.

Demografie und Erwerbstätigkeit

Weniger die Altersschichtung ist entscheidend für die Wirtschaft als die Aufteilung in Menschen, die finanziell zur Wirtschaft beitragen. In Dänemark gibt es beispielsweise deutlich mehr Erwerbstätige pro Kopf als in Deutschland. Dies ist auf mehr arbeitende Frauen nach der Kindererziehung, einen früheren Einstieg ins Berufsleben und einen späteren Gang in die Rente zurückzuführen. Die Kennzahl Erwerbstätige pro Kopf ist die Schlüsselgröße zu Lösungsansätzen für den demografischen Wandel.

 

Das Szenario „Status Quo“ aus der Abbildung zeigt, dass die Quote der Erwerbstätigen in den kommenden Jahren sinken wird, falls wir es nicht schaffen uns an den Wandel anzupassen. Alternative zwei zeigt, dass eine Anpassung durch Veränderung unseres Verhaltens keineswegs unmöglich ist und sich positiv auf die Erwerbstätigkeit auswirken kann.

Lösungsansätze der Unternehmen

Die Lösung liegt quasi auf der Hand: Mehr Erwerbstätigkeit und mehr Invest in Aus- und Weiterbildung. Die Annahme, dass ältere Personen weniger produktiv arbeiten als Jüngere, ist falsch. Erfahrung im Beruf ergänzt sich mit Motivation und Leistungsfähigkeit der jüngeren Generationen. Langfristig muss an dieser Stelle vermehrt in Aus- und Weiterbildung investiert werden, damit auch den Älteren - Generation X und Baby Boomer - die Möglichkeit gegeben ist, sich fortzubilden und neue Techniken zu erlernen. Dies steigert die Flexibilität in Ihrem Unternehmen.
Idealerweise können jüngere Menschen früher in den Beruf eintreten, um so auch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dabei spielen Einflussfaktoren wie Länge und Dauer der Ausbildung und des Studiums eine Rolle. Unternehmen können dem aber schon früh entgegenwirken, durch Aufbau eines Talentpools an Studenten und Azubis. Bieten Sie Studentenjobs, Plätze für Bachelor- und Masterarbeiten oder auch Aushilfsjobs an.
Die Vereinbarung von Familie und Beruf ist ein wichtiger Einstiegspunkt für Frauen nach der Kindererziehung. Gerade in der heutigen Zeit können die Unternehmen durch eine agile Denkweise flexibel auf solche Umstände reagieren. Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle liefern genügend Spielraum, um den Frauen trotz Kinder den Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen.