Aus den Augen, NICHT aus dem Sinn

Tiefschnee

Eine persönliche Sicht auf die Voraussetzungen für Remote Working

Ein Tag Homeoffice in der Woche? Das ist bei VEDA gang und gäbe. Was aber passiert, wenn das Homeoffice die Normalität wird, und der eine Tag Anwesenheit die Ausnahme? Für mich als Snowboarderin ist es ein bisschen wie Tiefschneefahren: Du bewegst dich auf fremdem Terrain, fühlst dich ein bisschen unsicher, ängstlich und angestrengt. 

Doch wenn du den Dreh einmal raus hast, ruhig und besonnen deine Schwünge ziehst, den Kopf hebst und die Aussicht genießen kannst, dann setzt ein wunderbares Gefühl des Erfolgs und der Freude ein. 

Süddeutschland. Berge, Seen, gutes Essen. „Hier lässt es sich gut leben“, dachte ich, als mein Mann mit der Idee um die Ecke kam, einen Job irgendwo zwischen Stuttgart und München wahrzunehmen. Mein nächster Gedanke: 500 Kilometer Entfernung zum Büro, oh je! Wie soll das funktionieren? 


Ich bemerkte jedoch schnell, dass sich dieses „wie“ nicht darauf bezog, ob es funktionieren kann. Es fühlte sich gut an, schon vor dem Gespräch mit meinem Chef zu wissen, dass er meine private Entscheidung unterstützen würde. Und so war es auch. Die Themen Homeoffice und Remote Working sind nicht neu bei VEDA, wir können bereits auf gesammelte Erfahrungen zurückgreifen. Daher haben wir überhaupt nicht über das „ob“, sondern von Anfang an über das „wie“ gesprochen: Was werden die Voraussetzungen sein, die meine Kollegen, mein Chef und ich benötigen, um mein Remote Working erfolgreich zu machen?

Schnell kristallisierten sich für mich zwei essenzielle Fragen heraus:

  • Was brauche ich, um erfolgreich im Homeoffice zu arbeiten?
  • Was brauchen meine Kollegen und die Führungskräfte?

Ich bin ehrlich: Die meisten Sorgen machte ich mir zu Beginn nicht um die Beziehung zu meinen Kunden. Da ich als Key-Account-Managerin viel unterwegs bin, sind meine Kunden es gewohnt, mich nicht immer an meinem Schreibtisch „anzutreffen“. Daher ist es auch egal, in welcher Stadt dieser Schreibtisch steht, solange ich mich um alle Belange zeitnah und qualitativ gut kümmere.

Meine ersten Gedanken kreisten daher um die Frage: „Wie schaffe ich es, trotz 500 Kilometer Entfernung, ein aktives Mitglied meines Teams zu bleiben?“ Zu oft erlebt man es leider im privaten Umfeld, dass „aus den Augen“ auch gleichzeitig „aus dem Sinn“ bedeutet. Und das durfte ich auf gar keinen Fall zulassen. Also, was tun?

1.  Mein theoretisches Fundament aktivieren: Da wir uns bei VEDA mit New Work beschäftigen, weiß ich, wie offen wir mit „Change“ umgehen und dass die Digitalisierung neue Möglichkeiten der Mobilität eröffnet. Dauerpräsenz im Büro ist möglich, aber nicht nötig. Wie in allen Bereichen der neuen Arbeitswelt ist es auch beim Remote Working eine Kombination von Technologie und Kultur, die es möglich macht, dass Kollegen unabhängig von Ort und Zeit gemeinsam an Lösungen, Inhalten oder Themen arbeiten. Mit dem in den letzten Jahren zum Beispiel in Barcamps, VEDA Talks oder bei der Lektüre interessanter Blogbeiträge erworbenen Wissen zu diesem Thema konnte ich viel einfacher über Lösungsmöglichkeiten diskutieren.

2.    Meine Bedenken kommunizieren: Im Vorfeld meines Umzugs sprach ich sehr viel mit meinen direkten Teamkollegen, aber auch mit Kollegen aus anderen Teams und ebenfalls mit meinem Chef. Ich thematisierte meine Angst, nicht mehr einbezogen und vergessen zu werden. Ich sensibilisierte alle, dass es mir unglaublich wichtig ist, weiterhin an ihrem Büroalltag teilzuhaben und stieß zum Glück auf großes Verständnis und positive Resonanz.

3.    Technische Voraussetzungen sichern: Um meine physische Abstinenz so unauffällig wie möglich zu gestalten, sorgte ich dafür, dass mir zuhause exakt das gleiche technische Equipment zur Verfügung steht wie im Büro. Einen großen Beitrag leisten in diesem Zusammenhang meine Kollegen, die sich darum kümmern, dass ich bei jedem internen Meeting nicht nur per Telefon, sondern auch per Bild / Video zugeschaltet werden kann. Daumen hoch für dieses Engagement :-)

4.    Zugeständnisse machen: Eines war mir von vornherein klar: Wir sind alle Menschen und können somit nicht verhindern, dass im direkten Kontakt untereinander, und sei es nur der Alltag im Büro, sehr viel Zwischenmenschliches passiert. Der persönliche Kontakt bleibt also wichtig und ist durch Technik nicht ersetzbar. Als wir zu Beginn dieses Jahres einen neuen Chef im Bereich Sales & Marketing begrüßen durften, war mir sehr bewusst, dass gerade zu Beginn ein intensiver und direkter Austausch wesentlich sein wird. Wir müssen uns als Menschen kennenlernen und neue Ziele und Veränderungen gemeinsam diskutieren können. Aus diesem Grund plante ich von Beginn an viele Besuche in Alsdorf ein. In meinem Privatleben bedeutet das sicherlich an der einen oder anderen Stelle Zeiteinbußen, doch die nehme ich gerne in Kauf.

Ich finde es interessant, in diesem Zusammenhang den Begriff „Work-Life-Balance“ zu betrachten. Natürlich gewinne ich, durch die Möglichkeit mein privates Lager im Süden aufzuschlagen, mehr Zeit für meinen Mann und mich. Doch um mein Arbeitsleben erfolgreich zu gestalten, gebe ich gerne auch etwas von dieser gewonnenen Zeit wieder her. Ich denke, das ist ein entscheidender Punkt, um ein solches Konzept für alle Beteiligten erfolgreich werden zu lassen.

Seit zwei Monaten lebe ich nun den privaten Traum im südlichen Flair mit Schnee vor der Haustür und Snowboard-Ausflügen an Wochenenden. Ich liebe die Landschaft um mich herum und die Stille in meinem Homeoffice, die mich tatsächlich in meiner Arbeit effektiver sein lässt. Doch um ganz ehrlich zu sein: So angenehm diese Ruhe auch ist, vermisse ich plötzlich die lauten (am Telefon sehr energischen) Stimmen meiner Kollegen, das „mal-eben-Rüberlehnen“ und über einen Fall quatschen, den Smalltalk und auch das „Dampf ablassen“. Die moderne Technik gibt mir zwar die Möglichkeit zu jeder Zeit mit den Kollegen in Kontakt zu treten, doch es ist anders und daran muss ich mich erst einmal gewöhnen.

Positiv ist, dass ich zu meinen Kunden im Gebiet Baden-Württemberg und Bayern nun eine deutlich kürzere Entfernung habe. Und wenn mich ein geschäftlicher oder privater Termin ins Rheinland verschlägt, dann freue ich mich jedes Mal von Herzen, diese Tour nun mit einem Besuch in meiner Homebase, dem Büro in Alsdorf, zu verknüpfen.

Schneebedeckte Berge
In der heutigen Zeit der digitalen Kommunikation und schnellen Reisemöglichkeiten verlieren Kilometer deutlich an Bedeutung! Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass wir uns immer wieder bewusst machen, was für uns als Menschen im Zusammenhang mit der neuen Art der Kommunikation und Zusammenarbeit wichtig ist. Es sind Themen wie Vertrauen, Offenheit und Selbstdisziplin, die meiner Meinung nach hier ganz oben stehen. Doch jeder Mensch tickt anders und hat andere Bedürfnisse. Diese gilt es zu kommunizieren und mit allen Beteiligten offen zu besprechen. Wenn dies gelingt, steht einer erfolgreichen Homeoffice-Tätigkeit nichts im Wege.

Mich würde interessieren, wie andere „Remote Worker“ ihren Arbeitsalltag bewältigen – welche Hürden sie überwinden mussten, überwinden müssen. Lassen Sie uns den Dialog eröffnen, so entstehen bestimmt tolle Ideen.

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