Brauchen wir wirklich noch eine Personalabteilung?

Diskussion: Der Personaler – eine bald überflüssige Spezies

Fotolia_4031416_S_reloaded In der letzten Woche hat Dr. Gräßler einen Artikel mit der Überschrift „Der Personaler – eine bald überflüssige Spezies" veröffentlicht. Da diese provokante These sehr interessant und diskussionswürdig ist, habe ich den Artikel über verschiedene Soziale Medien publiziert und gehofft, dass eine Diskussion entsteht. Sofort nach der Veröffentlichung, erfüllte sich meine Hoffnung. Sowohl Personaler, die sich provoziert fühlten, als auch Führungskräfte aus anderen Bereichen äußerten sich zu dem Artikel.

Die erste von Dr. Gräßler angeführte These ist, dass administrative Personalarbeit, verstärkt ins Outsourcing wandern wird. Darauf folgt die Aussage, dass Personaler in Zukunft von Führungskräften verdrängt werden, da diese besser wissen, wen sie suchen. Als dritte und letzte These führt er an, dass dort, wo Prozesse Routine sind, in der Regel längst die Automatisierung durch HR-Software greife. Zeugen Outsourcing und Software von geringem Stellenwert der Mitarbeiter? Ein immer wieder erwähntes Gegen-Argument zu Dr. Gräßlers Thesen war die zunehmende Anonymisierung der Mitarbeiter. Diese wird nach Ansicht der Diskussions-Teilnehmer vor allem durch Outsourcing und moderne Softwarelösungen ausgelöst. Diskussion_JBE_1 Hierbei möchte ich zunächst auf das Argument der Anonymisierung durch Outsourcing eingehen: Herr Riemann verweist auf ausländische Hotlines, die nur schwer zu erreichen sind. Die Ansicht, dass eine solche Art von Outsourcing nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt, kann ich komplett bestätigen. Man muss hier aber deutlich zwischen zwei Arten des Outsourcings differenzieren. Zum einen gibt es Unternehmen, die extrem niedrige Preise anbieten, die Qualität aber zu wünschen übrig lässt und komplexe HR-Aufgaben überhaupt nicht anbieten. Zum anderen gibt es aber auch jene, die sich auf gewisse Unternehmens- prozesse spezialisiert haben und somit den Fokus auf die Qualität legen. Häufig sind solche Anbieter zudem regionale Unternehmen, sodass eine Verlagerung der Arbeitsplätze ins Ausland ebenfalls ausbleibt. Ausländische Call-Center haben nichts mit Outsourcing, wie wir es verstehen zu tun, denn komplexe HR-Dienstleistungen, wie z. B. Payroll-Services, erfordern aktuelles Fachwissen, Zuverlässigkeit und eine geschützte Kommunikation und Datenhaltung. So schreibt auch Dr. Gräßler zum Trend Outsourcing: „Nicht unbedingt, weil Kosten eingespart werden, sondern weil die Komplexität – gerade in Deutschland – stetig zunimmt und damit die Qualität von vielen Personalabteilungen nicht mehr gesichert werden kann, oder der Aufwand zu groß wird." Niemand glaubt ernsthaft, dass Call-Center in Indien hochkomplexe und hochsensible Aufgaben wie Entgeltabrechnungen leisten können. Das Auslagern sensibler Personaldaten basiert auf Vertrauen und es benötigt Dienstleister, die sowohl hochaktuelles Know-how bieten, als auch höchste Qualität in Sachen Datensicherheit und Termintreue. Im zweiten Diskussions-Beitrag wird vermutet, dass Softwarelösungen dafür verantwortlich sind, dass Mitarbeiter auf „eine Nummer reduziert werden." Dieses Argument möchte ich gerne widerlegen: Gerade, weil HR-Software-Lösungen, bei der Administration und HR-Strategie unterstützen, gewinnen Personaler den nötigen Freiraum für qualitative Personalentwicklung und wertschöpfende Personalarbeit. Das Gegenteil ist also der Fall. Das Ziel von Software ist nicht, den „Wert" der Mitarbeiter zu senken, sondern Personalarbeit zu erleichtern. Rollenverständnis muss sich ändern Viele Diskussions-Teilnehmer bemerkten, dass sich das Bild der Personaler in den nächsten Jahren deutlich ändern müsse, um das Aussterben zu verhindern. Diskussion_JBE_2 Derzeit wird häufig die Personalarbeit nur als „administrative und ausführende Tätigkeit" gesehen. Doch um den Kern der Personalarbeit erfüllen zu können –sich nämlich dem Bewerber und Mitarbeiter zu widmen, werden die Personaler der Zukunft von administrativen Aufgaben weg müssen. Immer mehr einfache, ausführende Aufgaben können von Software übernommen werden. Somit können Personaler immer stärker auf ihre Mitarbeiter eingehen und die zwischenmenschlichen Aspekte stärken, also Personalentwicklung vorantreiben. Dies möchte ich gerne am Beispiel Bewerbermanagement verdeutlichen: Eine Bewerbung kann zwar im System erfasst werden, die Personalauswahl muss aber vom Personaler selbst, im Zusammenspiel mit der Führungskraft, getroffen werden. Somit wird die „lästige" Arbeit vom Personaler genommen, die wichtigen Entscheidungen und den Kontakt zum Bewerber hält er aber weiterhin fest in der Hand. Mitarbeiter als wichtigster Erfolgsfaktor In der Diskussion sind aber nahezu alle Beteiligten davon überzeugt, dass die Mitarbeiter weiter der wichtigste Faktor für den Erfolg des Unternehmens bleiben. Das ist, glaube ich, unstrittig. Häufig wird ebenfalls erwähnt, dass vor allem in der Generation Y die Zufriedenheit einen direkten Einfluss auf deren Leistung hat. Hier wird formuliert, dass es schwierig wird, die Mitarbeiterzufriedenheit ohne Personalabteilung aufrecht zu erhalten. Diskussion_JBE_3 Ob aber wirklich eine Personalabteilung benötigt wird, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu wahren, lädt weiterhin zur Diskussion ein. Dirk Dautzenberg hat zum Beispiel in einem Post zu genau diesem Thema, die Frage diskutiert, ob HR oder die Fachabteilung besser für’s Recruiting geeignet ist. Insgesamt wird erst die Zukunft zeigen, wo die Entwicklung tatsächlich hingeht. Was meinen Sie: Brauchen wir wirklich eine Personalabteilung? Bildquelle: © Uwe Bumann - Fotolia.com    

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