Das hat mich überrascht: Im VEDAbarcamp redeten wir über Transparenz.

Transparenz

Jeder meinte etwas anderes.

Nie war es so leicht wie heute, alles über alle zu wissen, jedes Detail über fast jeden herauszufinden. Sie möchten wissen, was Ihr Nachbar verdient? In Schweden reicht da eine Anfrage beim Finanzamt Oder vielleicht ein Update über den Blutzuckerwert Ihres Mitarbeiters (der war nach der Mittagspause so gut gelaunt …)? Bei Opel oder SAP könnte man den erfahren, dank Wearables oder Fitness-APP-Programmen.

Wieviel Transparenz ist nötig?

Wir haben uns im VEDAbarcamp gefragt, wieviel Transparenz wir eigentlich brauchen oder haben wollen. UND: Wir sind uns nicht einig geworden. Absolut nicht. Was an und für sich auch ein sehr interessantes Ergebnis der einzigen Session ohne Ergebnis ist: Die Bedürfnisse der Mitarbeiter nach Transparenz sind individuell sehr unterschiedlich. Während der eine alles wissen will, findet der andere, dass zu viel „wissen wollen“ oder gar „wissen müssen“ auch schaden kann. Kann ich eine Entscheidung meines Vorgesetzten nicht einfach akzeptieren, weil ich seine  Sach-, Fach- und Führungsautorität annehme? Muss ich detailliert vom Burn-Out meines Vorstands erfahren, um weiter mit ihm zusammen zu arbeiten? Macht zu viel Transparenz schlussendlich unsichtbar? (Danke, Herr Pohlmann :-))

Was hat es mit der Transparenz auf sich, die in fast allen Sessions des VEDAbarcamps als abstraktes Postulat auftauchte und doch so schwer greifbar ist? Mangelnde Transparenz in Unternehmen ist eine Wachstumsbarriere, hieß es schon 2004 auf dem Münchener Management Kolloquium. Transparenz als Unternehmensstrategie? Dieser Frage ging 2010 die Johannes-Gutenberg Universität Mainz in einer Studie nach. Was ist Transparenz denn nun im Hinblick auf Unternehmen – eine Strategie, ein Wert eine Haltung, eine Einstellung? Kann man Transparenz „lernen“ oder per order mufti von oben verfügen?

Was ist Transparenz eigentlich?

Schöne Worte verselbstständigen sich leicht (Wer sollte das besser wissen als eine „Presse-Tante“ wie ich?) – also haben wir im Barcamp mal bei Wikipedia nachgeschaut, damit wir auch alle über das Gleiche reden. Transparenz ist Nachvollziehbarkeit. Aha. WICHTIG. Transparenz macht also Entscheidungen, Reaktionen oder Handlungen nachvollziehbar für mich als Mitarbeiter. Ich kann verstehen, was in meinem Umfeld passiert und damit leistet Transparenz einen essenziellen Beitrag im Hinblick auf Vertrauen. Quintessenz unserer Barcamp-Session ohne Ergebnis war daher, dass Transparenz, Vertrauen und Eigenverantwortung unmittelbar zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen.

Wie viele Transparenz brauchen wirBildquelle: © VEDA GmbH / VEDA GmbH

Warum Eigenverantwortung in diesem Zusammenhang?

Weil Eigenverantwortung der Hoffnungsträger der neuen, agilen Arbeitswelt ist. „Innovationskraft ist das Schlagwort der Stunde“, schreibt Dr. Gräßler hier im Blog. Neue Produkte und Lösungen zu entwickeln und damit neue Märkte zu erschließen, ist in Zeiten der digitalen Revolution immer mehr der Schlüssel zum Erfolg. In Zeiten, in denen über Nacht neue Geschäftsmodelle komplette, etablierte Industrien hinwegfegen, spielt die Effizienz der menschlichen Arbeitskraft nicht mehr die Hauptrolle. [..] Andere Parameter kommen als erfolgskritische Faktoren ins Spiel: Freiraum, Kreativität, Agilität und Eigenverantwortung und für diese Faktoren bedarf es einer bestimmten Unternehmenskultur und eines gemeinsamen Werteverständnisses. Klar, wer Selbstorganisation und eigenverantwortliches Handeln erwartet, muss die Rahmenbedingungen dafür neu setzen. Dabei geht es NICHT NUR um Werte, sondern in vorderster Linie um Information: Damit ich Eigenverantwortung zeigen kann, muss ich Entscheidungen auf Basis aktueller Informationen treffen können. Weiterer Konsens unsere Session ohne Ergebnis war daher ein erneuter Appell an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen im Hinblick auf die aktive Informationsverteilung.

Darf´s ein bisschen mehr sein?

Also: Transparenz. Aber wie schafft man einen Transparenz-Konsens (bitte mal auf der Zunge zergehen lassen) wenn jeder Mitarbeiter seine eigene Transparenz-Grenze hat? Kompromissbereitschaft, wäre mein Vorschlag – jeder gibt ein Stückchen ab für‘s große Ganze. Wir müssen mittelfristig lernen, mit größerer Offenheit in allen Belangen umzugehen, auch wenn individuelle „Peinlich“-Grenzen mal überschritten werden. Sonst kommt´s mit der Transparenz wie mit dem Himmel – alle wollen hin, aber keiner will sterben. (Ist nicht von mir, ist von Nina Hagen.)

Eigentlich – ziemlich viel Ergebnis aus der Session ohne Ergebnis, oder? Was meinen Sie?

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