Der Personaler – eine bald überflüssige Spezies – Teil 2

Die Meteoriten schlagen ein – wollen Sie Saurier oder Vogel sein?

Fotolia_4031416_S_PART2 Liebe Leser, es dauerte ungefähr eine Stunde nach Veröffentlichung meines Blogbeitrags „Der Personaler – eine überflüssige Spezies“, bis unser eigenes HR-Team bei mir auf der Matte stand. Sie hätten dringenden Gesprächsbedarf, oder ob sie direkt die Koffer packen sollten, wurde ich energisch gefragt. Nun behaupte ich, dass unser VEDA-HR Team sehr fortschrittlich denkt und handelt und somit am wenigsten einen „Weckruf“ benötigt. Also auch nicht ernsthaft besorgt war. Aber die Diskussion meines Beitrags auf den verschiedenen Social Media Kanälen zeigt, dass die Frage valide ist und sich – zum Glück – immer mehr Personaler damit kritisch auseinandersetzen.

Was jedoch in der Zwischenzeit medial so passiert, ist mehr als erstaunlich: Die Wirtschaftswoche  titelt „HR-Abteilungen – Personaler vergraulen Fachkräfte“ und schreibt „Wenn Betriebe gute Leute finden, geschieht es nicht wegen, sondern trotz der Personaler“. Das Manager Magazin fragt in der November-Ausgabe „Die Bonsai-Manager – wer braucht eigentlich noch HR?“ und nimmt sich damit der Thematik an, dass DAX-Unternehmen aktuell ihre Personalvorstände abschaffen (SAP, Deutsche Post) und HR in vielen Unternehmen in die esoterische Ecke abdriftet. Ist das jetzt nur ein medialer Hype, weil „Personalerschelte“ en vogue ist, oder schlagen im evolutionstheoretischen Sinne die Meteoriten bereits ein und das Sauriersterben hat begonnen? Im Grunde ist es egal, denn wie wir aus anderen Bereichen wissen, schafft medialer Hype oftmals am Ende auch Tatsachen (z.B. negative Konjunkturumfragen und die anschließende selbstverstärkende Investitionszurückhaltung bei Unternehmen). Die Frage nach Ursache und Wirkung ist rückblickend sinnlos. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Medientrend ist daher heute essenziell wichtig. Der Personaler – im falschen System zum Aussterben verurteilt Meiner Ansicht nach greifen viele der HR-kritischen Veröffentlichungen zu kurz: Die Kritik an dem Personaler bezieht sich in der Regel auf das heutige Verständnis von Personalarbeit innerhalb der existierenden, klassischen Managementsysteme: HR als „Business Partner“ in einem System, welches in vielen Unternehmen gekennzeichnet ist durch feste Hierarchien, machtorientierten Führungsstil, Planungs- und Effizienzdenken in starren Strukturen muss langfristig scheitern. Die im ersten Teil meines Blogbeitrags genannten Treiber des Wandels (HR Outsourcing, Prozessdezentralisierung und Standardisierung durch HR Software) beschleunigen das Scheitern. Die Frage nach dem Wertbeitrag und damit der Existenzberechtigung von Personal(ern) ist in diesem Kontext also mehr als legitim. Agile Unternehmen – zukünftiges Feld für HR Ich finde jedoch, dass es an der Zeit ist, das oben beschriebene, zugrunde liegende Unternehmens- und Managementsystem zu hinterfragen. Kurz gesagt: „Agilen“ Unternehmen gehört die Zukunft. Radikal auf Kunden und Mitarbeiter ausgerichtet und in flexiblen Netzwerkstrukturen wirkend, sind diese agilen Organisationen in der Lage, mit externen Rahmenbedingungen wie zunehmender Dynamik, Komplexität und Innovationsdruck erfolgreich umzugehen. Und darin liegt die Zukunftschance für HR: Bestehende HR-Prozesse und Instrumente komplett zu hinterfragen und mit neuen Methoden und Fähigkeiten, Führungskräfte und Mitarbeiter auf dem Weg zur agilen Organisation zu begleiten. Der aus der Software-Entwicklung bekannte SCRUM- Ansatz zeigt, wie dieses im praktischen Alltag aussehen kann. Richtig umgesetzt wird hierbei HR zum Entwickler für Organisations- und Unternehmenskultur. Mancher würde jetzt „Change-Manager“ sagen – aber das würde uns nur wieder rückwärts gerichtet und in „klassischen“ Managementbegriffen denken lassen. Was Agilität (und SCRUM als Methode) für Prozesse, Strukturen und Werteverständnis in Unternehmen konkret bedeutet, beschreibe ich vielleicht demnächst einmal in unserem Talentmanagement-Blog. Saurier oder Vogel Heute wollte ich nur den Silberstreif am Horizont für Personaler aufzeigen. Die Dinosaurier hatten vor 65 Millionen Jahre keine Überlebenschance. Die Vögel übrigens stammen der Überzeugung der meisten Wissenschaftler nach direkt von den Dinosauriern ab. Was möchten Sie sein – Saurier oder Vogel? Lassen Sie uns diskutieren, schreiben Sie mir Ihre Meinung! Bildquelle: © Uwe Bumann – Fotolia.com

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