Generation Y: Welche Kriterien entscheiden bei der Wahl des Arbeitgebers?

Und wie sehen es meine Kommilitonen in St. Petersburg?

IMG_2360_bea Seitdem ich in St. Petersburg bin, habe ich die Möglichkeit Studenten aus allen möglichen Ländern kennenzulernen. Verschiedene Kulturen zu entdecken, internationale Gruppenarbeiten zu meistern, Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten festzustellen. In Deutschland habe ich in meinem Arbeitsumfeld im HR-Bereich viel zur Generation Y und Z und deren Erwartungen an den zukünftigen Arbeitgeber gelesen. Für mich ist es spannend mich selbst zu hinterfragen, wie ich zu den einzelnen Punkten, wie Work-Life-Balance, flexibles Arbeitsumfeld oder attraktiver Arbeitgeber stehe – was kann ich bekräftigen, und wo nur den Kopf schütteln. Ich habe auch in meinem internationalen Umfeld nachgefragt: Wie stellen sich junge Nachwuchskräfte, die bald erfolgreich die Uni absolvieren ihren zukünftigen Arbeitgeber vor. Was ist für uns wichtig?

Beantwortet haben meine Fragen Michal, Martin und Jirka aus Tschechien, Alex aus Finnland und Domitille, Segolin und Agatha aus Frankreich. Alle sieben machen mit mir zusammen ein Auslandssemester in St. Petersburg. IMG_2332_bea Arbeitgeber-Attraktivität, Arbeitgeber-Loyalität Für die drei Jungs aus Tschechien war es eindeutig, dass sie direkt nach dem Studium in einem bekannten Unternehmen arbeiten wollen. Sie möchten etwas erreichen, gerade am Anfang der beruflichen Laufbahn viel lernen und anspruchsvolle Aufgaben erledigen, die einen Wert für das Unternehmen sowie für sie persönlich haben. Im ersten Moment können sie sich nicht vorstellen, in einem Unternehmen für 10 oder mehr Jahre zu arbeiten. Nach einer kleinen Diskussion stellen sie aber fest, dass es von den Karrierechancen abhängt, die das Unternehmen bietet. Sie können sich vorstellen ihrem Arbeitgeber gegenüber loyal zu sein, wenn sie immer wieder durch neue Aufgaben herausgefordert werden und einen klaren Karriereweg im Unternehmen erkennen. Um dem Klischee der „Generation des schnellen Aufstiegs“ nachzugehen, war meine Frage, ob sie davon ausgehen nach der Universität schnell einen Job zu finden. Hier antworteten alle mit „Nein"! Denn es ist leicht irgendeinen Job zu finden, aber nicht unbedingt den Job, den sie sich jetzt am liebsten wünschen. Gerade Alex aus Finnland und die Mädels aus Frankreich sehen den Arbeitsmarkt in ihren Heimatländern sehr kritisch. Finnland ist sehr klein, die Möglichkeiten sind begrenzt. In beiden Ländern gibt es ihrer Meinung nach zu viele gute Hochschulabsolventen für zu wenige Jobangebote. Ihrer Ansicht nach gibt es also nur zwei Möglichkeiten nach dem Masterabschluss: Erstens, eine weitere Spezialisierung zu machen oder zweitens, einen Job im Ausland zu finden, um ihren Lebenslauf interessanter zu gestalten, und als Spezialisten anerkannt und konkurrenzfähig zu werden. Und wie sieht nun der Job aus, den sie sich wünschen? Für meine Kommilitonen ist es sehr wichtig, dass ihre persönliche Vision zur Unternehmensvision passt. Domitille (22 Jahre, aus Frankreich) stellt fest:

„In university they teach us to become managers – so we want to become managers and make it real. They teach us to have passion – we are motivated and get ready for it.

Die Sichtweise der Jungs aus Tschechien ist ähnlich, sie wollen schnell hoch hinaus. Doch auch sie sind skeptisch, einen Job, der diesem Maßstab entspricht, schnell zu finden. Denn gerade am Anfang fehlt die nötige Berufserfahrung. Gehalt, Flexibilität und Standort In den Medien höre ich immer wieder, dass flexibles Arbeiten für die Generation Y mehr zählt, als das monatliche Gehalt. Alex aus Finnland bestätigt diese Aussage, und bekräftigt, dass für ihn in der Softwarebranche (sein zukünftiges Arbeitsumfeld) ein flexibles Arbeitszeitmodell wichtiger ist, als das Kriterium Gehalt:

"To me it is important to to choose when, where and how I work."

Die anderen sehen dies ähnlich. Sprechen wir in diesem Zusammenhang aber über die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten, lehnen sie diese eher ab. Gerade nach der Uni möchten meine Kommilitonen in einem kollegialen Arbeitsumfeld arbeiten, im Team agieren und die „richtige“ Arbeitswelt kennenlernen. Flexibilität bezieht sich also eher auf tägliche Arbeitszeit und in der Erreichbarkeit des Arbeitsstandortes. Michal (24 Jahre, aus Tschechien) würde beispielsweise einen Arbeitsplatz bei einem bekannten, attraktiven Unternehmen ablehnen, wenn der Standort zu weit weg von der nächstgrößeren Stadt ist. Die Entfernung von seinem derzeitigen Wohnort ist aber kein Ausschlusskriterium. Gerade nach Hochschulabschluss ist er, genau wie meine anderen Kommilitonen, bereit den Wohnort für den Job zu wechseln. Trotz dieser Aussagen über die Bedeutung der Flexibilität steht das Gehalt an einer der obersten Stellen für meine Kommilitonen. Das Studium ist für einige sehr teuer und bringt somit die Erwartung mit sich, dass es sich im Anschluss gehalttechnisch lohnen muss. Entgegen den Medienberichten zur Generation Y, würden sie das Thema Gehalt nicht unterordnen – sie ergänzen einfach weitere Faktoren. Internationalität vs. Nationalität des Arbeitgebers So verschieden die Meinungen auch sein können, in einem Punkt waren sich meine Kommilitonen einig: Sie bevorzugen einen Arbeitgeber der international aufgestellt ist, mit internationalen Mitarbeitern und grenzübergreifenden Arbeitsbeziehungen. Es ist ihnen wichtig, da sie ihre Erfahrungen, die sie bereits im Ausland sammeln konnten, in der Zukunft einsetzen möchten und weitere internationale Erfahrungen sammeln wollen. Es scheint, als wären sie alle durch ihren Aufenthalt im Ausland „auf den Geschmack“ gekommen. Denn auf die Frage, ob der Auslandsaufenthalt in St. Petersburg Ihre Meinung beeinflusst habe, antworteten alle "Yes!". Sie haben alle neue Erfahrungen gesammelt, mehr von der Welt gesehen, sich selbst verändert und neue Kulturen entdeckt. Sie möchten von ihren Englisch-Kenntnissen im Arbeitsumfeld Gebrauch machen und weiter in der internationalen Kommunikation wachsen. Segolin (23 Jahre, aus Frankreich):

„We just started to move, we don’t want to stop – we want to discover more”.

Was sind meine Erkenntnisse aus der kleinen Befragung? Flexible Arbeitszeitmodelle, attraktive Arbeitgebermarke und Bezahlung fielen in jedem einzelnen Gespräch als erstes. Um dem Arbeitgeber Loyalität entgegen zu bringen, erwarten meine Kommilitonen ein Umfeld, dass Karrierechancen, Perspektiven und Weiterentwicklungsmaßnahmen bietet. Kreative, interessante und anspruchsvolle Arbeitsaufgaben müssen her, die sowohl dem Unternehmen als auch der persönlichen Entwicklung einen Nutzen bringen. Außerdem liegt die Vermutung auf der Hand, dass Studenten, die während ihres Studiums Erfahrungen im Ausland sammeln, stark auf die Internationalität ihres zukünftigen Arbeitgebers achten und einen größeren Wunsch nach interkulturellen Beziehungen/ Netzwerken haben als andere Studenten. Was meinen Sie? Können Sie die Wünsche und Anforderungen meiner Kommilitonen nachvollziehen? Decken sich die Ergebnisse der kleinen Blitz-Umfrage mit Ihren Erfahrungen mit der Generation Y und Generation Z? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!    

VEDA GmbH

Ihr Lösungsanbieter für HR Software & Services

Carl-Zeiss-Straße 14
52477 Alsdorf

E-Mail:   info@veda.net


Telefon: +49-2404-5507-0
Telefax: +49-2404-5507-2133

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok