Genug entspannt – wo bleibt die Leistung?

Genug entspannt Kaffee

Mit der Generation Y in die Zahlungsunfähigkeit kuscheln?

Jetzt reicht´s. Nach Julia Janßens Essay zu New Work mit der Generation Y und den Kuschelkohorten, die in die Managementriegen vorstoßen sowie Andrea Goffarts Plädoyer für die totale Entschleunigung konnte ich nicht mehr warten mit der Frage: Wo soll uns das als Unternehmen und mich als Unternehmer hinführen?

Ja, ich gehöre zur Generation X bzw. Golf, und ja – in meiner Zeit als Unternehmensberater war es normal und irgendwie auch cool bereits am Mittwoch sagen zu können: „Wow, unsere 40-Stunden-Woche ist schon rum. Bis Freitag sind wir locker bei 70 Stunden.“ Uns ging es dabei nicht um hektische Betriebsamkeit, sondern wir haben in diesen „Mehr“-Stunden auch eine Menge „Mehr“-Wert, nämlich sinnvollen Output, produziert. Und vor allem: Wir hatten ein richtig gutes Erfolgsgefühl dabei. Heute als Geschäftsführer sind meine wöchentlichen Stunden nicht viel weniger geworden. Bin ich jetzt plötzlich „uncool“?

Generation Y – die Starbucks-Generation

Jetzt also die Generation Y: will erstmal zwei Gänge runterschalten, schön die Work-Life-Balance (was ist das eigentlich??) im Auge behalten, stets auf Sinnsuche bei gleichzeitig hohem Anspruchsniveau. Auch der Fachkräftemangel sowie die demografische Zwangsläufigkeit geben ihr übriges dazu: Unternehmen investieren immer mehr in die Wohlfühlatmosphäre ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (denn genderpolitisch korrekt sind sie natürlich auch). Wenn ich unser VEDA-Getränke- und Kaffeeangebot betrachte, dann können wir bald locker mit Starbucks & Co. in den Wettbewerb treten. Und was manche Unternehmen an Fitness- und Gesundheitsprogrammen offerieren, lässt Fitnessstudioketten alt aussehen. Fragt sich nur, wer diese Trends auf lange Sicht finanzieren kann? Stehen Kosten und Nutzen hier noch im Verhältnis?

Entschleunigung = weniger Leistung?

Die seit der industriellen Revolution gelernte Gleichung – weniger Arbeitsstunden = weniger Output (also sinkende Produktivität) – hatte bis in die Nuller Jahre durchaus ihre Gültigkeit. Wir setzten „Entschleunigung“ mit „weniger Leistung“ gleich. Das war damals, als Arbeitskraft im klassischen produzierenden Sinn gefordert war, auch richtig. Aber die Zeiten haben sich für Unternehmen, zumindest in den westlichen Industrienationen, geändert. Nicht mehr der pure Effizienzgedanke steht im Vordergrund. Auf der Kostenseite ist in Deutschland kein Wettbewerb gegen Niedriglohnländer mehr möglich und Wachstum generiert sich sowieso nicht durch Kostensenkung.

Innovationskraft als Gradmesser für Performance

Innovationskraft ist das Schlagwort der Stunde – neue Produkte und Lösungen zu entwickeln und damit neue Märkte zu erschließen, ist in Zeiten der digitalen Revolution immer mehr der Schlüssel zum Erfolg. In Zeiten, in denen über Nacht neue Geschäftsmodelle komplette, etablierte Industrien hinwegfegen, spielt die Effizienz der menschlichen Arbeitskraft nicht mehr die Hauptrolle. Somit erhält der Begriff der Leistung (neudeutsch Performance) eine ganz neue Bedeutung. Es geht nicht darum, als Unternehmen mit weniger Leistung klar zu kommen, sondern diese neu zu definieren. Und damit kommen andere Parameter als erfolgskritische Faktoren für Leistung ins Spiel: Freiraum, Kreativität, Agilität und Eigenverantwortung. Die bemessen sich nicht in Stunden. Für diese Faktoren bedarf es einer bestimmten Unternehmenskultur und eines gemeinsamen Werteverständnisses.

Generation Y – alles (ist) wird gut

Mit diesem geänderten Leistungsverständnis sind auch die Forderungen der Generation Y kein Schreckgespenst mehr, sondern können eine hervorragende Basis für die künftige Leistungsfähigkeit von Unternehmen bieten. Natürlich ist das kein Selbstläufer. Unternehmen – und hier gerade die Personaler – sind gut beraten, frühzeitig Methoden und Systeme zu entwickeln, um das Zusammenspiel von Performance und dem Beitrag ihrer Mitarbeiter zur Unternehmenskultur zu messen. Ganzheitliche Ansätze des modernen Performance Managements machen genau das. Selbstverständlich gibt es in der Generation Y auch einige Kandidaten, die nur das „Wohlfühlen“ im Auge haben. Aber die hat es in jeder Generation gegeben. Sie bilden die bekannten 10% der „Low-Performer“, die man gemäß Jack Welch ab und zu austauschen sollte. Auch hier gilt – Fokussierung auf die Top-Line (also die High-Performer und High Potentials) bringt mehr als nach unten zu schauen. Und falls Sie sich immer noch fragen, ob das wirklich so funktioniert mit der Generation Y: Eine aktuelle Studie von Oxford Research und SAP mit dem Titel „Workforce 2020 – The Looming Talent Crisis“ gibt ein wenig Entwarnung: „Millenials are different, but not as different as companies think“. 

A Millennial Misunderstanding

Bildquelle: © Oxford research und SAP

Und damit stellt sich nach effizientem 45-minütigem Schreiben bei mir ein sehr zufriedenes und entschleunigtes Erfolgsgefühl ein. Zeit für einen Cappuccino.

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