Ja! Nein?! Vielleicht?

Neuregelung der Gleitzone

Elektronisches A1-Bescheinigungsverfahren!

Seit dem 01.01.2019 gilt die verpflichtende Nutzung des elektronischen A1-Bescheinigungsverfahrens. In den letzten Wochen gab es allerdings Gerüchte um eine eventuelle Abschaffung bzw. Einschränkung des elektronischen Verfahrens. Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme und der bisher gemachten Erfahrungen.

Wozu überhaupt die A1-Bescheinigung?

Rufen wir uns nochmal kurz in Erinnerung wozu eine A1-Bescheinugung überhaupt benötigt wird. Wenn ein Unternehmen mit eigenen Mitarbeitern einen bezahlten Auftrag im Ausland ausführt, werden normalerweise dort auch SV-Beiträge fällig, und zwar zusätzlich zu den in Deutschland anfallenden Beiträgen. Die A1-Bescheinigung sorgt dafür, dass diese doppelte Verbeitragung nicht stattfindet. Denn bei einer Entsendung in einen anderen EU-Staat sind unter bestimmten Vorrausetzungen weiterhin nur in Deutschland SV-Beiträge abzuführen.

Bei der Entsendung der Mitarbeiter ins Ausland gibt es natürlich besondere Vorrausetzung die zu einer von der Krankenkasse oder der Deutschen Rentenversicherung genehmigten A1-Bescheinung führen. Zum Beispiel darf eine Entsendung nicht länger als 24 Monate andauern. Die Vorrausetzungen haben sich mit der verpflichtenden elektronischen Übermittlung ab dem 01.01.2019 allerdings nicht geändert. Sie bestehen schon lange, da auch die A1-Bescheinung (nach alter Verordnung war diese in der E101 – Bescheinigung beinhaltet) schon lange auszustellen ist. Lediglich der Übertragungsweg ändert sich und wird elektronisch. Und diese elektronische Übertragung muss seit dem 01.01.2019 aus dem Entgeltabrechnungssystem erfolgen.

Elektronisch? Ist doch super oder?

Natürlich hat eine elektronische Übermittlung der Bescheinigung viele Vorteile. Allerdings hat die Praxis gezeigt, dass sich der Prozess zur Erstellung der A1-Bescheinung im Unternehmen verändern muss. Denn die abgebende Stelle der Bescheinigung muss nun die Personalabteilung sein, da die Bescheinigung aus dem Abrechnungssystem erstellt werden muss. Dies stellt in der Praxis häufig ein Problem dar, da die Personalabteilung bisher von den Entsendungen häufig nichts wusste. Nun muss die Personalabteilung vor Entsendungen informiert werden damit rechtzeitig eine A1-Bescheinigung beantragt werden kann.

Erschwerend kommt hier allerdings noch hinzu, dass eine A1-Bescheinigung auch fällig ist, wenn es sich nur um eine kurze Dienstreise in den europäischen Wirtschaftsraum handelt. Also auch ein kurzer Abstecher zu einem ausländischen Kunden macht eine A1-Bescheinigung notwendig.

Und das macht eine rechtzeitige Erstellung der A1-Bescheinung natürlich komplizierter.

Aber die A1-Bescheinung soll doch nun wieder abgeschafft werden? Dann können wir das ganze ja vielleicht aussitzen, bevor wir unsere Prozesse verändern? ;-)

Im März diesen Jahres kam die Pressemitteilung, die viele Arbeitgeber erfreut hat: „Für Dienstreisen ins EU-Ausland muss zukünftig kein A1-Entsendeformular mehr erstellt werden“. Dies war auch ein Vorschlag der Europäischen Kommission. Dieser Vorschlag wurde allerdings in der Beratung zu der entsprechenden Revision im April 2019 abgelehnt.

Was sich also im A1-Bescheiniungsverfahren ändert und vor allem wann es sich ändern wird, ist stand heute also noch unklar.

Also geht es erstmal mit der A1-Bescheinigung verpflichtend weiter?

Ja! Alle A1-Bescheinigungen müssen weiterhin über das Abrechnungssystem erstellt werden. Dabei könnte in der Praxis durchaus mit Schwierigkeiten zu rechnen sein. Denn seit der verpflichtenden elektronischen Übermittlung ab dem 01.01.2019 hat sich die Anzahl der A1-Anträge die bei den Krankenkassen oder der Deutschen Rentenversicherung eingegangen sind um ein vielfaches gesteigert. In den ersten 4 Monaten in 2019 soll bereits das 4 fache der geschätzten Jahressumme an Bescheinigungen bei den Krankenkassen bzw. Der Deutschen Rentenversicherung eingegangen sein.

Dies führt dazu dass die Bearbeitungszeiten deutlich höher sein können als die die vorgesehen Bearbeitungszeit von 3 Tagen. Dies wiederum führt dazu, dass gerade kurzfristige Beantragungen häufig nicht rechtszeitig genehmigt werden können und somit nicht dem reisenden Mitarbeitern mitgegeben werden können.

Es bleibt also spannend zu beobachten, wie es in Zukunft mit dem Thema der A1-Bescheinigung in der Praxis weitergeht.

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