Jetzt mal Butter bei die Fische – Wieso transformiert Ihr Euch nicht?

Jetzt mal Butter bei die Fische

Meine ganz persönliche Sicht auf Kultur und Unternehmenstransformation

In der letzten Zeit wird viel über ein unglaublich spannendes Thema diskutiert. Genauer gesagt über einen ganzen Themenkomplex: die Digitale Transformation und die damit einhergehenden neuen Arbeitsbedingungen für Wissensarbeiter. „New Work“, „Arbeiten 4.0“ und „Arbeiten auf Augenhöhe“ sind die Buzzwords, die im Raum schweben. Für uns sind es aber nicht nur Buzzwords, über die wir auch schon vielfach auf dem Blog geschrieben haben. Für uns haben diese Worte Inhalt und Wert. Und für mich persönlich ist natürlich vor allem die Frage spannend: Was bedeutet dies alles für mich und mein (Berufs-)Leben?

Jeder Jeck ist anders

Ich stehe seit ca. 8 Jahren im Berufsleben und war bei unterschiedlichen Arbeitgebern in den verschiedensten Branchen tätig. Jede Firma hatte ihre eigenen Prozesse, Strukturen und Unternehmenskultur oder wie Frederic Laloux es ausdrückt, hatte ein eigenes spürbares „Wesen“. Ich habe Unterschiedlichstes gesehen: von der klassischen Organisation mit klar abgegrenzten Abteilungen (stellt Euch die Pyramidenform vor), gegründet im Jahr 1926, über eine kleine, 15-jährige Internetagentur, bei der es hemdsärmelig zuging, bis hin zur sehr ausdifferenzierten, seit den 70er Jahren stark gewachsenen VEDA GmbH, um hier nur ein paar zu nennen.

Durch meine Arbeit bekomme ich zusätzlich Einblick in die vielfältigen Organisations-„Wesen“ unserer Geschäftskunden. Was ich immer mache, wenn ich eine Firma betrete, ist: Ich „höre“ in mich hinein und versuche zu spüren, ob mir die jeweilige Unternehmenskultur gefällt. Vom ersten Kontakt am Empfang eines Unternehmens über die Raumgestaltung bis hin zur Kommunikation (stark formell vs. informell?), versuche ich etwas über das Leben in der Organisation und die Art und Weise, wie man gemeinsam „Business macht“ zu erfahren.

Für mich ist immer klar, wonach ich suche: Kommunikation auf Augenhöhe, Transparenz, positive und menschliche Atmosphäre, Lockerheit – einfach das, was ich auch in meinem Privatleben schätze und wie ich durchs Leben gehe.

Organisationen können da sehr unterschiedlich sein. Was das Tolle an der Diskussion um New Work und Arbeiten 4.0 ist, dass sie diese Werte, die sich für mich nach dem Natürlichsten der Welt anfühlen, auf die Agenda setzt. Die Kultur und die Beziehungsdefinitionen in Unternehmen werden in den Mittelpunkt der Debatte gerückt und gelten als der entscheidende Faktor, mit denen sich Unternehmen Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten sichern können.

Um die immer komplexeren Anforderungen von außen und von innen bestmöglich erfüllen zu können, brauchen Unternehmen hochmotivierte, eigenständig arbeitende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit unternehmerischem Geist und Lösungskompetenzen. Das haben sie nun erkannt. Und um darauf hinzuwirken und dieses Mindset in Ihren Mitarbeitern zu fördern, haben die „klugen“ Unternehmen begonnen, sich zu verändern.

Sie digitalisieren Prozesse, die kein Mensch mehr von Hand erledigen muss, sie weichen starre Comand-and-Control-Strukturen auf und sie verändern ihre Unternehmenskultur hin zu Eigenverantwortung und Transparenz, zu Mitgestaltung und Kollaboration. Es entwickeln sich Netzwerkstrukturen. Das alles sind Anzeichen von New Work in „neuen“ Organisationsformen.

Wo stehen wir bei VEDA?

Auch bei VEDA befinden wir uns im Wandel, und mir persönlich sagen diese Veränderungen hin zu mehr Eigenverantwortung und Netzwerk-Denken absolut zu. Wir Mitarbeiter versuchen, durch Innovations-Räume (z.B. monatliche VEDA Talks = Wissenstransfer) und die Auseinandersetzung mit neuen Ideen mehr Agilität in unser Denken und Handeln zu bekommen und tauschen uns bewusst interdisziplinär über neue Trends und Entwicklungen aus. Wir werden gemeinsam kreativ und lernen als Organisation.

Die Mitgestaltung nimmt bei uns auch durch das Veranstalten interner Barcamps Einzug. Mitarbeiter und Führungskräfte tauschen sich hier aus und erarbeiten gemeinsam neue Lösungen und Ideen für die Organisation. Die Ideen, die aus dem Barcamp entstehen, und für die sich „Owner“ finden, werden ganz unkompliziert umgesetzt. Ein Einfall wird verfolgt und dann etabliert er sich indem er „gelebt“ wird, oder er wird verworfen und schläft ein.

Was verändert sich dadurch?

Ganz einfach: Meckern funktioniert nicht mehr, denn man kann das Unternehmen ja aktiv mitgestalten! Die Leute kommen heraus aus der passiven Meckerzone und übernehmen aktiv Verantwortung. Die Entwicklungen, die „von innen“ im Unternehmen entstehen, wirken sich positiv auf viele Bereiche aus. Gemeinsam erarbeitete Lösungsansätze beruhen auf einem Konsens. Das hat einen positiven Effekt auf die Art der Zusammenarbeit, welche früher manchmal an Abteilungsgrenzen schlecht funktionierte. Damit „läuft“ alles leichter. Kundenanforderungen, komplexe Fragestellungen, Entscheidungsfindungsprozesse – all diese Aufgaben werden durch teamübergreifende Kollaboration viel besser und nachhaltiger gelöst. Nicht zuletzt bekommt man durch die Mitwirkung an Unternehmensentscheidungen, welche einem nicht einfach „vorgesetzt“ werden, sondern die man interdisziplinär erarbeitet, ein starkes Gefühl der Zugehörigkeit und des Zusammenhalts.

Alle dürfen alles - Problemlösung statt Rückzug auf Verantwortlichkeiten = Agilität

Wenn Firmen agil und flexibel sein möchten, dann lassen sie ihre Mitarbeiter mündiger werden, sie lassen ihnen Freiheiten und sie wertschätzen persönliche Interessen und Kompetenzen. Bei uns kann man das unter anderem an einem Prozess erkennen, der in unserer HR-Software kollaborativ umgesetzt ist. Wir haben die Möglichkeit, unsere Kompetenzen, auch die, die nicht direkt mit unserer Funktion im Unternehmen zu tun haben, aufzuschreiben und sie von unseren Kollegen auf der Plattform bestätigen zu lassen. Diese Kompetenzen werden nicht mehr zentral von einer offiziellen Stelle erfasst, sondern wer sich in einem Themengebiet oder einer Fremdsprache auskennt, der darf es dort teilen. So hat man den Effekt, dass man in einer kniffligen Frage einfach nur noch sein (Firmen-) Netzwerk „anzapfen“ muss. Das geht schnell und ist kontextbezogen. Gleichzeitig stellt man seine eigenen Skills und Kompetenzen zur Verfügung und freut sich, wenn man z.B. seine guten Fremdsprachenkenntnisse einsetzen kann, um einem Kollegen auszuhelfen.

Auch „jobferneres“ Potenzial wird in transparenten, kollaborativen Unternehmen frei: Wenn ich begeisterter Sportler bin und für meine Kollegen einen Yoga-Kurs veranstalte, dann bringe ich neben meinen beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten etwas Privates in die Firma ein. Eine Firmenkultur, in der es wichtig ist, stets nur die professionelle Seite zu betonen, scheint überholt. Der Mensch, nicht nur die "Humanresource", wird wieder mehr wertgeschätzt. Und deshalb kann sich Arbeiten 4.0 auch viel besser anfühlen und richtig Spaß machen.

Wenn ich Yoga-Trainerin für meine Kollegen bin oder mein systemisches Wissen nutze, um einem Kollegen zu helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen, führe ich im Grunde Gesundheitsmanagementmaßnahmen durch. Soll ich mich darauf ausruhen, dass dies eine Aufgabe von Anderen (z.B. Personalabteilung) ist? Nö, wieso denn auch? In transformierten Unternehmen können theoretisch „alle alles machen. In einem Unternehmen mit Eigenverantwortung steht die Problemlösung im Fokus, nicht das Festhalten an vorgegebenen Prozessen und Strukturen. Dies erfordert allerdings Mut, denn wo soll das denn hinführen, wenn alle mitmachen können und wollen?

Intrinsische Motivation

Vielleicht werden Geschäftsführer und Führungskräfte mutiger, wenn sie sich vor Augen führen, dass ihre Unternehmen von den Ideen, persönlichen Kompetenzen und Leidenschaften der Mitarbeiter profitieren, dass diese sie stärker, innovativer, agiler und profitabler machen. Wenn Menschen im Unternehmen mitgestalten können, sind sie intrinsisch motiviert, bringen „echtes Engagement“, setzen „ihre ganze Energie“ ein, und machen so ihr Unternehmen leistungsfähiger und flexibler. Transformierte Unternehmen können sich in einer hochkomplexen Umwelt viel agiler bewegen. Diese Kraft und Flexibilität kommt dabei von innen, sie entsteht durch die Sinnhaftigkeit und Kreativität ihrer „Resourceful Humans“.

These: Mitarbeiter müssen lernen kollaborativ zu denken und zu handeln

Menschen sind unterschiedlich, das ist klar – und das ist ja auch gut so. Die Frage, die sich daher manche zweifelnde Manager und Führungskräfte stellen ist, ob alle Mitarbeiter in einem Unternehmen mit dieser neuen Freiheit, mit der Selbstorganisation und Eigenverantwortung umgehen können. Ob sich alle kollaborativ und im Sinne des Unternehmens verhalten, auch, bzw. gerade wenn sie weniger denn je von einem Vorgesetzten kontrolliert werden.

Ja wer weiß das schon? Ich persönlich meine: Wieso sollte es hier Schwierigkeiten geben? Jeder Mensch weiß, was Verantwortung ist. Jeder übernimmt in seinem Privatleben Verantwortung. Menschen haben viele Ressourcen, sie müssen nur Lust haben, diese für ihr Unternehmen zu nutzen. Und die Grundlage dafür zu schaffen, die Kultur dahingehend zu entwickeln, dass Mitarbeiter sich gerne einbringen, dass sie gemeinschaftlich denken und eigenverantwortlich handeln, das ist die große wichtige Aufgabe.

Muss man den Mitarbeitern Eigenständigkeit beibringen? Vermutlich nicht in dem Maße, in dem sich die Verfechter klassischer Managementtheorie das vorstellen. Vieles erledigt sich im „System“ von alleine durch soziale Interaktion. Es gibt nicht mehr nur eine, sondern es gibt viele „natürliche Hierarchien“.  In einem Unternehmen, welches sich transformiert, geben sich Mitarbeiter Feedback und streiten sich auch mal. Wenn klar ist, dass es in den Streits immer um die Sache geht  („Wir wollen besser, schneller und profitabler werden.“ ), dann kann man Streits als etwas Positives sehen und befürworten.

Auch wenn es jetzt vielleicht blöd klingt, aber Unternehmenslenker müssen einfach dafür sorgen, dass sich die Menschen im Unternehmen wohl fühlen und motiviert sind, einen sehr guten Job zu machen. Es ist alles ganz leicht. Und dann übernehmen Mitarbeiter ganz von selbst Verantwortung, handeln unternehmerisch, treffen gut informierte Entscheidungen, lösen Probleme, strengen sich an, helfen sich gegenseitig, leisten maximale Unterstützung für den Kunden, werden kreativ und bringen mit voller Kraft „ihr Baby“, das Unternehmen nach vorn.

VEDA GmbH

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