New Work ist wie Krise, nur besser!

New Work

Wenn alle anpacken ... ist das morgen schon vergessen?

 Was haben Krisen mit New Work zu tun? Sie sind beispielhaft für Situationen, in denen „Wir“ und „Werte“ gelebt werden. Und wer´s richtig macht, nutzt diesen Impuls, um die Dinge künftig besser zu machen.

 

Kennen Sie diese Situationen, wenn alle ihre Ärmel hochkrempeln und loslegen? Zum Beispiel, wenn eine Deadline eingehalten werden muss, um eine kritische Kundenanforderung zu lösen?

Auf einmal packen viele Kollegen und Kolleginnen gemeinsam an, Aufgaben werden nicht verteilt, sondern einfach genommen. Alle arbeiten kreativ an Lösungsansätzen, die „stillen Wasser“ im Unternehmen überraschen mit Tatkraft und Wissen. Hierarchien spielen auf einmal keine Rolle mehr und die Chefs holen Kaffee und Pizza. Einige Stunden später ist das Problem gelöst und alle verabschieden sich mit „High five“ und Schulterklopfen. Man fühlt sich gut und nimmt ein emotionales Hoch mit in die kurze Nacht. Am nächsten Tag kommen alle müde, aber gut gelaunt und immer noch im Rahmen der Gleitzeit zu Arbeit.

Normalerweise kommt im Laufe des Tages dann eine E-Mail aus der Chefetage, in der man sich für den „tollen Einsatz und die Teamleistung“ bedankt und dann kehren Alltag und der damit verbundene Trott wieder ein.

Jetzt spielen wir mal „Was-wäre-wenn“ und machen aus der Krise ein New-Work-Szenario, in dem die Chefetage KEINE E-Mail verschickt. Was stattdessen passiert:

Einige Tage später fragt der Chef einen der Kollegen, ob er nicht früher Feierabend machen möchte, um mit seinen Sohn schwimmen zu gehen und schickt ihn dann auch nach Hause. Der Kollegin aus der Entwicklung legt er nahe, beim nächsten Kundentermin bereits am Vortag anzureisen und sich die Stadt anzuschauen, das Hotel sei schon gebucht. Die nächste Weiterbildungsmaßnahme für den Administrator ist kein Webcast, sondern ein Präsenzseminar, um in den Pausen andere Kollegen kennenlernen zu können. Und das nächste Teammeeting findet als Wochenausklang im Café an der Ecke statt, um den „Krisenabend“ nochmals zu betrachten, mit dem Ziel, etwas daraus zu lernen.

Was das alles mit New Work zu tun hat? In einer Krisensituation werden die „normalen“ Hierarchien, Strukturen und Funktionsweisen der Arbeitswelt außer Betrieb gesetzt, es passiert also genau das, was New Work erreichen will – den Wandel von der Top-Down-Befehlsgewalt zur Netzökonomie mit weitgehender Autarkie und Authentizität:

  • Es gibt Phasen der Anspannung und der Entspannung.
  • Die Aktivitäten sind auf konkrete Ziele gerichtet.
  • Jeder macht das, mit dem er den größten Wertbeitrag in der konkreten Situation beitragen kann.
  • Teams finden sich selbständig, Rollen werden selbst genommen und nicht verteilt.
  • Aufgaben werden abgeschlossen.
  • Hierarchie ist nicht wichtig, sondern Kooperation und Zusammenarbeit.
  • Die Maßnahmen zur Arbeitsatmosphäre sind auf die Individuen ausgerichtet, zahlen aber gleichzeitig auf die Unternehmensziele ein.
  • Den Mitarbeitern wird echte Wertschätzung gegeben und kein Pflichtlob.
  • Die Organisation ist selbstlernend, d. h. sie entwickelt sich aus sich heraus permanent weiter.

Das Zukunftsinstitut schreibt über die „Neuerfindung der Arbeitswelt“:  „Weltweit wird über kaum ein anderes Thema so leidenschaftlich wie kontrovers diskutiert. Darum wird sich die Gestaltungsaufgabe der kommenden Jahre drehen. Arbeit soll im Bestfall produktiv sein und machen, soll fordern und erfüllen, heraus- aber nicht überfordern. Sie soll zum Aktivposten einer umfassenden Life-Balance werden.“

Kreativität, Empathie und ganzheitliches Denken auf allen Ebenen sind gefragt mit dem zugegebenermaßen hohen Anspruch, den (Lohn-)Beruf zur Berufung zu machen. Das wäre also New Work. Und hier ein paar Gedanken, was New Work nicht sein sollte, damit die Krise nicht zum Dauerzustand wird:

  • Permanente Aktivität ohne konkretes Ziel: Schicke und aktionistische Projektgruppen mit tollen Namen wie „Futureteam“ planen die Zukunft. Sie wissen nur nicht welche.
  • Agilität als Aktionismus: Der Chef ruft New Work aus, um damit Unterkapazitäten zu überdecken. Die Mitarbeiter sollen „agil“ auf allen Baustellen unterwegs sein. Der Kessel steht immer unter Hochdruck.
  • New Work als Abstellgleis: Mitarbeiter, die Demokratie fordern, aber bitte nur die Demokratie der Gleichgesinnten. Man ist sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein und so wird New Work zum Zwang ohne Rücksicht auf Verluste. Wer nicht mitkommt, hat das Nachsehen.
  • New Work als Geschenkkorb: Mitarbeiter, die unter New Work nur die Betriebskita, die Auflösung von Arbeitszeit und Arbeitsort, frisches Obst auf allen Schreibtischen sowie den Firmenevent verstehen. Ihnen fehlt das Verständnis für den eigenen Beitrag.
  • Der x-te Trend, den man aussitzen kann: Im Unternehmen und zwar in jeder Hirarchiestufe gibt es viele, viele Mitarbeiter, die „das alles“ für Quatsch halten, der irgendwann von neuem Quatsch abgelöst werden wird. Sie vertrauen darauf, dass die Kenntnisse, Erfahrungen und ihr Vorgehen von gestern im Heute noch genauso wertvoll sind und als Werte für die Zukunft ausreichend.

New Work ist keine Einbahnstraße, funktioniert nur, wenn beide, Unternehmen und Mitarbeiter, davon profitieren! Soviel ist sicher. Sicher ist auch, dass New Work jeden in der Arbeitswelt fordert und ihn auffordert, sich immer wieder an die begrenzenden Wände seines Könnens und Wissens, seiner Werte und Einstellungen zu lehnen, um dazuzulernen und zu profitieren. Den konkreten Weg und die richtige Botschaft, damit New Work für alle funktioniert möchten Sie nun von mir wissen?  Was wir konkret tun müssen, um in Zukunft bestehen zu können? Ich weiß es nicht! Dieses Nichtwissen ist mir aber sehr bewusst, so dass ich mich der Zukunft Schritt für Schritt nähere und kein Patentrezept verkünde. Schauen Sie sich mal die Sendung „Richtung 2000 – Vorschau auf die Welt von morgen“ von 1972 an und seien Sie gewiss: „Nichts ist so sicher wie die Unsicherheit.“

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