Nicht im Blick, dafür im Sinn

Nicht im Blick, dafür im Sinn

Nähe schaffen: Führung wird durch Remote Working neu definiert

Mitarbeiter führen, Leader, Ansprechpartner oder „Kümmerer“ sein, diese Aufgaben sind ja im Normalfall schon mehr als genug für einen „klassischen“ Chef, der mit seinen Mitarbeitern in einem Büro oder einem Gebäude sitzt. Was aber, wenn „Management-by-Walking-Around“ nicht funktioniert, weil da keiner ist, der das mitkriegen würde?

Weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also die „Zu-Führenden“, draußen beim Kunden sind, sich berufsbedingt oft auf Reisen befinden, vom Homeoffice aus arbeiten oder sogar ihren Wohnsitz komplett verlegt haben? Wie bin ich Ansprechpartner, wenn keiner sieht, ob ich ansprechbar bin? Wie kann ich mich kümmern, wenn ich den Bedarf nicht erkennen kann? Meine Antwort: Wenn die räumliche Nähe fehlt, ist menschliche Nähe besonders wichtig.

Ganz besonders für strategische bzw. richtungsweisende Abstimmungen ist zudem ein wirkliches, echtes Aufeinandertreffen unverzichtbar. Denn erst dadurch entsteht im Team aus vielen „ich“ ein „wir“. Fehlt dieses „wir“, ist weder ein erfolgreiches Führen zu leisten, noch ist ein Geführt-Werden erlebbar.

Dazu mal, als Blick hinter die Kulissen bei VEDA, ein aktuelles Beispiel aus meiner Führungspraxis: Julia Eschbach hat sich aus privaten Gründen dazu entschieden, nach Süddeutschland zu ziehen. Berge, Seen, gutes Essen – alles gut. Allerdings wollte sie weder Arbeitsplatz noch Arbeitgeber aufgeben, obwohl nun 500 Kilometer Entfernung zum Hauptsitz zu überbrücken sind. Als Key-Account-Managerin war das Thema Remote Work nicht neu für Julia und so hat sie einen Plan gefasst und umgesetzt. Wie – lesen Sie hier im Blog.

Und mitten im Umzug kommt ein neuer Chef, ich. Als Director Sales & Marketing habe ich die Aufgabe, vier Teams zu einem Ganzen zu formen. Und Julia ist wesentlicher Bestandteil des Vertriebsteams. Da hatten wir nun eine doppelte Veränderung, mit der wir umgehen mussten: Nicht nur Julia hatte sich arbeitstechnisch neu ausgerichtet, es standen auch Veränderungen in der eigenen Organisation an. Sehr viel Neues, für alle Beteiligten. Wie fühlte sich das an, wie haben wir mein Motto „Führung braucht Nähe“ umgesetzt? Gerade in den ersten Wochen des neuen Jahres war Julia mehrere Tage vor Ort in Alsdorf. Sie konnte sich ein Bild vom „Neuen“ machen, sich O-Töne des Chefs anhören. Sie konnte direkt mit mir – und sicherlich auch über mich – reden und so ihre eigene Sicht unmittelbar schaffen und einbringen.

In diesen Tagen ging es um die prinzipielle Ausrichtung der Vertriebsmannschaft, die Entwicklung eines frischen Teamspirits, das organisatorische Zusammenwachsen der vier Einheiten, die Weichenstellung für das laufende Jahr und noch vieles mehr – all dies konnten wir nur im direkten Gespräch entwickeln. Hinzu kam noch ein Kick-Off-Meeting über zwei Tage, das insbesondere dadurch erfolgreich war, dass sämtliche 20 Kollegen von überall her kamen und wir alle zusammen arbeiten und lernen konnten.

Nachdem diese wichtigen Basics entwickelt worden waren, konnte Julia sich ausreichend informiert und gewappnet wieder nach Süddeutschland aufmachen. Für mich wiederum war es optimal, dass Julia bei den relevanten Strategieentscheidungen persönlich anwesend war und nicht als Außenstehende vor fertige Ergebnisse gestellt wurde. Einerseits ist das wichtig, damit Julia die Inhalte auch für sich korrekt nachvollziehen kann. Andererseits ist es auch für mich als Führungskraft eine emotionale Qualität, dass Julia aktives Mitglied im Teamfindungs-Prozess war (und ist). Sie ist dadurch zur Mitentscheiderin geworden und ich kann mich darauf verlassen, dass sie, im Sinne unseres Teamentscheids, ihre operativen Aufgaben beim Kunden vor Ort optimal wahrnehmen wird. Das ist eine tolle Basis, auf die wir jetzt gemeinsam aufbauen können – auch „remote“.

Aber weiterhin mit „Nähe“, denn die wöchentliche Rückkopplung durch einen Team-Call mit Videounterstützung ist für Julia, für das Team und für mich als Team-Lead unerlässlich. Gerade das Medium Video ist hier natürlich von Vorteil, weil es nun deutlich lebendiger und authentischer in den Meetings zugeht, als bei einer klassischen „Telko“. Aber am besten ist es natürlich, Julia in Echt zu treffen. Ganz echt. 

VEDA GmbH

Ihr Lösungsanbieter für HR Software & Services

Carl-Zeiss-Straße 14
52477 Alsdorf

E-Mail:   info@veda.net


Telefon: +49-2404-5507-0
Telefax: +49-2404-5507-2133