Open Space für jeden?

Open Space

Neue Bürokonzepte: Kern der agilen Arbeitswelt oder liebliches Wohlfühlambiente?

Während ich diesen Blog schreibe, rauscht neben mir die Nordsee und über mir schreit eine Möwe. Die Idee für das Thema wurde letzte Woche in Konferenzraum 1 bei VEDA geboren und an der Kaffeetheke der Lounge weiterentwickelt. Warum erzähle ich Ihnen das? Weil ich die Idee mit Ihnen teilen möchte, dass die Möglichkeit, je nach Anforderung zwischen unterschiedlichen Arbeitsumgebungen zu wechseln, zur Voraussetzung für Kreativität und Agilität wird  – und das nicht nur bei Freelancern wir mir.

Beim Verbundforschungsprojekt Office 21 des Fraunhofer IAO klingt das so: “Für eine stark wachsende Zahl von Menschen werden hoch flexible, multilokale Arbeitsformen Realität sein. Diese Entwicklung wird sich durch synergetische Anforderungen von Individuen und Organisationen beschleunigen.“ Aktuell prüft man dort in einer Umfrage, wie sich unterschiedliche Büroformen auf Innovation, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden auswirken.

Bei VEDA haben wir die Idee schon umgesetzt. Seit mehr als einem halben Jahr „besitzen“ circa 40 VEDAner ein Open Space-Office. Ein großer Raum mit projektbezogenen Schreibtisch-Inseln, aufgelockert durch Theken und Sitzgruppen. Rundherum Kreativ- und Konferenzräume, ein Ruheraum, ein „Entwickler-Versteck“ (mit Bänkchen und viel Technik). Die Idee hat mir Britta Redmann, Director HR bei VEDA so erklärt: „Es ging uns darum, die immer schneller werdenden Arbeitsprozesse in der Büroarchitektur abzubilden. Wir wollen vernetzt arbeiten, also brauchen wir Räume, Inseln und Kommunikationsecken, die Vernetzung im Büroalltag ermöglichen. Wir wollen kreative Lösungen - also brauchen wir Kreativräume.“

Was unterscheidet ein Open-Space vom AOK-Großraumbüro? Die Möglichkeit – siehe oben – mir meinen Arbeitsbereich je nach Anforderung zu suchen. „Büroarbeit verabschiedet sich zunehmend von ihrer klassischen Form hin zu Wertschöpfung und Innovationswerkstatt. So wie ein Handwerker mit seinem Werkstück jeweils zu der Maschine geht, die am besten geeignet ist, so soll das Büro optimale Bedingungen für Nachdenken, Konzentration, Zusammenarbeit und Kommunikation bieten. Und dies in raschem Wechsel, quasi spontan, bzw. von der jeweiligen Arbeitsanforderung (Aktivität) getrieben. Activity Based Working ist der neudeutsche Begriff hierfür“, erklärt Prof. Dr. Dieter Lorenz in der Zeitschrift „Das Büro“ den Wandel vom Großraum zum Open Space.

Braucht das jemand oder kann das weg?

Bei der CIO heißt es aktuell: „Der ‚War for Talents‘ wird in 15 Jahren so scharf geführt, dass Arbeitgeber in den Büros ein liebliches Wohlfühl-Ambiente kreieren müssen, um gute Leute zu halten oder noch bessere anzulocken. Also alles nur Augenwischerei, um die hippen Y-ler anzulocken? „Was macht uns in Zukunft im Arbeitsalltag glücklich und zufrieden?“ – hat Julia vor zwei Wochen hier im Blog gefragt und Michaela wollte letzte Woche wissen, wie wir morgen (und morgen ist heute schon gestern!) kommunizieren. Um diese Fragen zu beantworten, muss man sich damit beschäftigen, wie wir zusammenarbeiten können und wollen. Daher glaube ich, dass die Organisation von agilen Arbeitsprozessen durch sinnvolle Raumkonzepte weit mehr ist als „Ist das Kunst oder kann das weg?“. „Bevor wir intelligente Fabriken und Häuser im 3-D-Drucker bauen, müssen wir bei den Basics (Kommunikation) anfangen“, schreibt Michaela. Genau!

„Agile Unternehmen erkennt man beispielsweise daran, dass sie moderne Kommunikationsformen auch intern nutzen“ – heißt es bei Kienbaum. Und diese Kommunikation muss durch technische (klar – Stichwort digitale Transformation), aber genauso durch räumliche Strukturen unterstützt werden. Es reicht nicht, den Mitarbeitern die Möglichkeit einzuräumen von Zuhause zu arbeiten. Wenn – wie es in dem o.g. CIO-Beitrag heißt, „junge Angestellte kaum die Fähigkeit zur effizienten zwischenmenschlichen Kommunikation entwickeln“ (ist das echt so?) dann wäre Homeoffice tödlich. Wir brauchen Raum für Kommunikation, nicht nur als „Angebot“ sondern als „An-Turner“.

One size fits noboby

Ein Open Space kann die Anforderungen der modernen Arbeitswelt im Büro sehr wohl unterstützen, aber auch vollständig torpedieren“, schreibt Professor Lorenz und stellt klar, dass Übergänge fließend sein müssen und nicht jeder sofort mit der Idee klar kommt, sich jeden Morgen sein Wägelchen zu packen und irgendwo einen freien Platz zu suchen. Auch ich habe damit so meine Probleme und freue mich morgens im Büro über „Meins, meins, meins!“ Bin ich deshalb Open-Space-untauglich? Ich glaube nicht, denn Open-Space-Konzepte fördern die Vielfalt und sollen es Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeitswelt eigenverantwortlich zu gestalten. Um noch einmal die CIO zu zitieren: „One size fits Nobody!“ Und weiter – weil`s, so schön ist:  "Von einigen bemerkenswerten Ausnahmen abgesehen, waren die meisten Arbeitsumgebungen der zurückliegenden 30 Jahre stumpfsinnig, demotivierend und völlig ungeeignet dazu, Teamwork und Kreativität zu fördern. Der Versuch, hier one-size-fits-all-Lösungen zu erschaffen, führte am Ende zu one-size- fits-nobody-Arbeitsplätzen.“

Machen wir es diesmal besser (?) – willkommen Arbeitswelt 4.0  

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