Senior Associate vs. Fachkraft

Warum Jobtitel so wichtig sind und Bullshit-Bingo sich nicht auszahlt

Senior Associate vs. Fachkraft Im Internet bin ich auf einen Artikel gestoßen, der eine wissenschaftliche Studie zitiert, die beweisen will, dass Jobtitel die Persönlichkeit stärken und Depressionen verhindern. Wie soll man denn so etwas wissenschaftlich beweisen, habe ich mich gefragt.

Der Trend zum Englischen Immer mehr Unternehmen gehen von den deutschen Jobbezeichnungen weg und geben ihren Mitarbeitern englische Titel: General Manager, Payroll Assistant, Senior Consultant oder Chief Executive Officer sind in nahezu allen Unternehmen zu finden. Wann und warum ist dieser Trend entstanden? Liegt es einzig an der Globalisierung und steigender Internationalität der Unternehmen, oder macht es die Mitarbeiter glücklicher? Die erwähnte Studie von Grant, Berg und Cable will beweisen, dass 85 % der Mitarbeiter durch „neue“ Titel weniger Stress und mehr Selbstbewusstsein erhalten. Als ich das gelesen habe, musste ich schmunzeln und dachte mir: „Wer glaubt denn an so einen Quatsch?!“ Wenn man aber genauer drüber nachdenkt, habe auch ich mich dabei ertappt, dass ich eher eine Jobbeschreibung mit der Bezeichnung Key Account Manager lese, als die eines Vertriebsmitarbeiters. Zudem wird man doch auch im Freundeskreis häufig gefragt, „Was machst du eigentlich beruflich?“ Dann fällt es doch deutlich leichter, eine hervorragend klingende Berufsbezeichnung – am besten in Englisch - nennen zu können, als ein Schlagwort aus der Steinzeit. Jeder Freund oder Bekannte wird sich denken: Wahnsinn, der hat es wirklich zu etwas gebracht. Arbeitet in einem internationalen Unternehmen und hat eine solch verantwortungsvolle Position inne. In einer Zeit, in der soziale Medien wie Facebook, Instagram oder Twitter immer mehr genutzt werden, um die schönen Seiten des Lebens zu zeigen, spielen solche Statussymbole für viele Menschen eine immer bedeutendere Rolle. Aber selbst diejenigen, die keine Statussymbole brauchen, können nicht abstreiten, dass Beachtung unter den Freunden das Selbstvertrauen stärkt. Der Punkt des gestärkten Selbstvertrauens klingt also durchaus plausibel. Die Studie geht zwar eher darauf ein, formale Titel (wie Senior Programmierer ) durch selbstreflexive Titel (Android Entwickler Hero) als Identitätsstifter zu ersetzen, aber ich habe einen Schritt vorher angesetzt, und frage mich, ob nicht alleine ein englischer Titel schon toller klingt, als ein deutscher. Mehr Selbstbewusstsein verhindert Depressionen Betrachtet man die heutige Arbeitswelt, kommt es immer häufiger zu Krankheiten wie Depressionen oder Burnout. Forscher gehen hier von einer Art Kettenreaktion aus. Die Krankheit wird häufig durch viel Stress und großen Druck ausgelöst. Wenn man diese Kette etwas genauer betrachtet, kann man mithilfe der Berufsbezeichnung schon eingreifen. Hat ein Mitarbeiter mehr Selbstbewusstsein durch einen selbstreflexiven, oder besser klingenden Titel, lehnt er überfordernde Aufgaben eher ab, oder kann sie besser meistern. Wenn Aufgaben wegfallen, die bisher Stress ausgelöst haben, wird der Mitarbeiter entspannter und kann seine Aufgaben besser erledigen. Somit würde die geänderte Berufsbezeichnung  die Arbeitsqualität steigern und die Gefahr eines Burnouts senken. Jeder Jeck ist anders – warum nicht auch die Berufsbezeichnung? Während vor einiger Zeit Bezeichnungen wie Sachbearbeiter, Fachkraft oder Vorsitzender die deutschen Unternehmen geprägt haben, sind diese heute definitiv out. Auch bei VEDA verwenden wir immer mehr neu geschaffene Titel. Schon wenn man unsere Homepage aufruft, trifft man auf den Kreativitäter, den Vielfalter oder die Erfolgerin. Dieser Trend der individuellen und außergewöhnlichen Beschreibungen passt gut zur aktuellen Entwicklung der Arbeitswelt. Es gibt ja auch nahezu keine eintönigen (Wissens-)Berufe mehr. Jeder Mitarbeiter muss sich jeden Tag auf neue und individuelle Aufgaben einstellen. Wenn jeder Mitarbeiter individuell ist, warum soll er dann auch nicht „seine eigene“ Jobbezeichnung haben? Zum Abschluss möchte ich Ihnen den Ball zuspielen: Stellen Sie sich doch selbst mal die Fragen: Würde es Sie mehr motivieren, wenn Sie als Kreativitäter oder als Berater bezeichnet werden? Hört sich in Ihren Ohren Gebäudereiniger oder Environment Improvement Technician besser an? Würden Sie eher einen Job als Hausmeister oder Facility Manager annehmen? Wem würden Sie eher Ihre Probleme anvertrauen? Dem Feel-Good-Manager oder dem Mitarbeiterbetreuer? Also seien Sie kreativ und reflexiv und geben Sie Ihren Mitarbeitern Jobtitel mit denen Sie sich identifizieren und die nicht einfach aus dem Bullshit-Bingo entspringen ;) Es zahlt sich aus. Bildquelle: © Rawpixel - Fotolia.com

VEDA GmbH

Ihr Lösungsanbieter für HR Software & Services

Carl-Zeiss-Straße 14
52477 Alsdorf

E-Mail:   info@veda.net


Telefon: +49-2404-5507-0
Telefax: +49-2404-5507-2133

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok