Und weg war sie – eine Auszeit und ihre Folgen

Kloster

Digital Detox im Kloster

Anscheinend liege ich mit meinen Wünschen und Sehnsüchten total im Trend, wenn ich mir das Ergebnis des Praxispapiers der DGPF betrachte. Der Megatrend „Wertewandel“ (Sinnsuche, Gesundheit, Nachhaltigkeit) hat einen enormen Einfluss auf das Personalmanagement. Für Unternehmen ist es wichtig diesen Trend ernst zu nehmen, um zum einen als potenzieller Arbeitgeber interessant zu sein und zum anderen bei bestehenden Arbeitsverhältnissen den Mitarbeitern Wertschätzung entgegen zu bringen und sie somit auch zu binden.

Mein berufliches Motto war „höher, schneller, weiter“. Ich wollte immer vorne dabei sein, alles mitbekommen, mitentscheiden und mitgestalten. Ohne mich sollte nichts laufen. Irgendwann (bereits vor einigen Jahren) begann es dann in mir zu rumoren. Ist es das, was ich wirklich will – mich jeden Tag ins Hamsterrad der Gesetzgebung, der Kunden und der Kollegen zu setzen? Gibt es nicht wichtigere Dinge für mich im Leben, als eine Software mit zu entwickeln, die centgenau abrechnet und möglichst fehlerfrei ist? Dieser Anspruch an mich selbst, und damit auch an meine Kollegen, machte mich innerlich unruhig und generell ziemlich unzufrieden. Ich nahm vieles berufliche persönlich, fühlte mich oft persönlich „angegriffen“. Ich benötigte Klarheit, Ruhe und ein Ziel außerhalb des Jobs. Meinte ich zumindest.

Nun stand ich da mit meiner Sinnsuche und wusste nicht so genau was ich machen sollte.

Den kompletten Prozess hier aufzuführen, würde zu weit führen – letzten Endes entschied ich mich dafür, etwas mit meinem beiden Leidenschaften zu machen: Training und Yoga. Also begann ich eine Yogalehrausbildung – Dauer 4 ½ Jahre, berufsbegleitend. OK, dann los, kann ja nicht so schwierig sein – guter Witz!

Bestandteil dieser Ausbildung ist selbstverständlich eine regelmäßige Mediationspraxis. Weiterhin der Besuch eines Meditations-Retreats einmal im Jahr. Letzteres stand für mich am vergangenen Osterfest zum ersten Mal an: 5 Tage Ruhe und Einkehr, plus 3 Tage Time-Out und ein langes Yoga-Ausbildungswochenende. Alles in allem 12 Tage fernab von dem, was mich unruhig macht. Ich war, wie man so schön sagt, komplett „runtergefahren“. Davon wollte ich mehr!

3 Monate Auszeit - und das im Job?

Gesagt, getan. Beim nächsten Mitarbeitergespräch habe ich einfach gefragt. In Kurzform: „Kann ich 3 Monate Auszeit nehmen? Ich möchte die Ruhe verstetigen und mir klar werden, ob ich diesen Job überhaupt weiter machen will.“ Die Entscheidungsfindung dauerte keine Woche und ich bekam von VEDA das OK. Mich selbst hat das total überrascht, wie schrieb Frau Redman im Blog Schöne neue Arbeitswelt, aber was ist mit Performance?: „Die Pflicht des Arbeitgebers besteht darin, Gehalt zu zahlen und die Pflicht des Mitarbeiters besteht darin, die vereinbarte Leistung zu erbringen (wobei hier bei letzterem sogar eine Qualität „mittlerer Art und Güte“ wie die Juristen sagen, ausreicht). Spaß und Selbstverwirklichung stehen also vertraglich erst mal nicht auf dem Programm.“ Da ich das generell auch so sehe, war ich umso erfreuter, dass es bei VEDA unkompliziert zu einer für mich positiven Entscheidung kam. Kurz eine Vertragsergänzung, meine Hauptaufgaben unter den Kollegen verteilen und nach vier Wochen war ich dann erst mal weg.

Ab ins Kloster

10 Wochen „Work & Study“ im Gesundheits- und Ausbildungszentrum WEG DER MITTE im Kloster Gerode, ein beschauliches abgelegenes Stück Erde im Südharz. „Work“ bedeutet in erster Linie Gartenarbeit mit allem was dazu gehört: Sähen, pflanzen, Unkraut jäten, gießen, ernten etc. und „Study“ bedeutet unter anderem, sich selbst zu studieren. Jeden Tag gab es eine Beobachtungsaufgabe, auf die immer wieder hingewiesen wurde. Und das Selbststudium hat es in sich, dazu später mehr. Ziel des Programms ist unter anderem, dass wir Teilnehmer im „hier und jetzt“ – im Moment – präsent sind und uns nicht mit Plänen belasten. Deswegen haben wir immer erst am Morgen erfahren, was bis zum Mittag für Arbeiten anstehen; und am frühen Nachmittag die Aufgaben bis zum Abend. Alles andere war nicht relevant.

Die von meiner Kollegin Michaela beschriebenen Smombies können sich an diesem Fleck Erde nicht entfalten. Das ist auch, zumindest für die Kommunikation an diesem Ort, überhaupt nicht notwendig. Mir persönlich ist allerdings dort bewusst geworden, wie sehr die digitale Kommunikation für mich einfach zum Leben dazu gehört. In Bezug auf die digitalen Netzwerke habe ich zunächst gedacht „Mensch, ich bekomme gar nichts mehr mit! Ich verpasse etwas! HILFE!“ Und dann noch die Notwendigkeit aufgrund der Ausbildung per E-Mail die Unterrichts-Protokolle zur Korrektur zu versenden und später an die komplette Gruppe weiter geben zu müssen. Auch hier wieder HILFE! Ich bin es gewohnt, dass ich umgehend antworte, abarbeite etc. Weiterhin halte ich mich online auf dem Laufenden was das aktuelle Weltgeschehen angeht. Und nun werde ich in dieser Umgebung digital ausgebremst, muss 250 – 300 Meter einen Berg hinauf, um Handyempfang und damit digitalen Empfang zu haben. Also kam ziemlich schnell der Zeitpunkt, an dem ich nur noch alle 3-4 Tage „online“ war und das auch nur für einen kurzen Zeitraum. Das nötigste an digitaler Kommunikation, weil mir die Analoge jetzt vor Ort wichtiger war. Übrigens an Weltgeschehen habe ich fast nichts verpasst, wie sich später herausstellte…

Irgendwie war es befreiend nicht mehr andauernd das Handy in der Tasche zu checken.

Arbeiten komplett ohne digitalen Einfluss, nur mit den eigenen Händen und dem zur Verfügung gestellten Werkzeug: das selbst Erschaffene ist greifbar. Ich kann es anfassen, eine tolle Erfahrung für mich als Softwareentwicklerin.

Kloster WieseBildquelle: © Gesundheits- und Ausbildungszentrum WEG DER MITTE im Kloster Gerode

Das Schlüsselerlebnis

Es gab viele kleine und große Erfahrungen und Erlebnisse, diese hier aufzuführen würden den Rahmen sprengen. Von einem Schlüsselerlebnis möchte ich jedoch berichten, denn diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass ich keinen Stress mehr habe. Gespannt? Also los: Eines Morgens ich war gerade bei meinen morgendlichen Yoga-Übungen als sich Organisationsgedanken an die Gartenarbeit in mein Gehirn schlichen. Ich begann zu überlegen, was heute am sinnvollsten gemacht wird, wer wie am besten eingeteilt wird und so weiter. Eigentlich aber sind wir Teilnehmer, wie oben beschrieben, nicht in die Planung und die Verantwortung für die Gartenarbeit involviert. Es war also eigentlich nicht mein „Business“ mir darüber Gedanken zu machen. An Yoga war nun aber nicht mehr zu denken – das Hamsterrad war wieder da. Aber wieso? Und das ausgerechnet an diesem Ort, der mir Ruhe und Klarheit geben soll! Warum habe ich hier die gleichen Symptome wie in der Firma? Welche Gemeinsamkeiten gibt es, die dazu führen? Die Antwort war relativ einfach und schnell gefunden: Der kleinste gemeinsame Nenner bin ICH! Auch wenn ich zunächst ziemlich perplex war, war dies für mich die großartigste Erkenntnis. Ich selbst begebe mich in das Hamsterrad, das macht niemand anderes!

Im Moment präsent zu sein und somit keinen Stress zu haben, das kann ich nur, wenn ich mit meinem Gedanken im Jetzt bin und arbeite. Ohne das Kopfkino, dass die Vergangenheit versucht zu verändern oder zu analysieren, und ohne die noch nicht existente Zukunft voraus zu sehen. Das entspannt und ist beruhigend. Versucht es mal!

Fazit

Ich fühle mich bei VEDA wertgeschätzt, da mir die Auszeit ermöglicht wurde. Jetzt fühle ich mich auch noch verbundener als vorher.

Während meiner Auszeit wurden die Karten in unserem Team neu gemischt. Aufgaben und Wissen wurden weiter gestreut und aufgebaut. Das führt zu einer Risikominimierung für das Team, für VEDA und letzten Endes für unsere Kunden. Es gab, zumindest mein Empfinden, Kollegen die herausgefordert wurden und somit zeigen konnten was in ihnen steckt.

Ich habe für mich mitgenommen, dass ich selbst bestimme, wie meine digitale Verfügbarkeit und Kommunikation ist, kein anderer.

Ja, ich möchte weiterhin „höher, schneller, weiter“, ich will vorne dabei sein, mitentscheiden und mitgestalten. Aber es darf nun auch ruhig etwas ohne mich laufen. Ja, es ist wieder so, dass ich mich jeden Tag mit der Gesetzgebung, den Anforderungen unserer (internen und externen) Kunden auseinander setzen will. Nur fühle ich mich dabei nicht mehr wie in einem Hamsterrad. Die Sichtweise hat sich verändert. Ich alleine entscheide, wie es mir bei meiner Arbeit und mit den täglichen Herausforderungen geht. Niemand anders! Und somit war es gut, mal einfach weg zu sein… Ich kann das jedem nur empfehlen. Fragt nach!   

VEDA GmbH

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