Was sind Best-of-Breed HR-Systeme?
Der Best-of-Breed-Ansatz basiert auf der Annahme, dass kein einzelnes System alle HR-Prozesse gleichermaßen tief und effizient abbilden kann. Stattdessen werden verschiedene spezialisierte Systeme kombiniert, die jeweils für einen klar abgegrenzten Funktionsbereich optimiert sind.
Dabei entsteht keine monolithische Systemlösung, sondern eine modulare HR-Systemlandschaft. Diese besteht aus mehreren Anwendungen, die miteinander verbunden werden und gemeinsam die HR-Prozesse abbilden.
Funktionslogik des Best-of-Breed-Ansatzes
Im Zentrum von Best-of-Breed HR-Systemen steht die funktionale Spezialisierung. Jedes System übernimmt eine klar definierte Aufgabe innerhalb der Gesamtarchitektur, wodurch eine hohe fachliche Tiefe erreicht wird.
Typischerweise werden einzelne HR-Prozesse wie folgt abgebildet:
- Recruiting durch ein Bewerbermanagementsystem
- Personalstammdaten durch ein Core-HR-System
- Entgeltabrechnung durch ein Payroll-System
- Zeitwirtschaft durch ein separates Zeiterfassungssystem
- Talentmanagement durch spezialisierte Entwicklungssysteme
Diese Aufteilung sorgt dafür, dass jedes System genau auf die Anforderungen seines Bereichs zugeschnitten ist.
Abgrenzung zu integrierten HR-Suiten
Best-of-Breed HR-Systeme unterscheiden sich grundlegend von integrierten HR-Suiten. Während Suiten möglichst viele Funktionen in einem System bündeln, verfolgt der Best-of-Breed-Ansatz eine bewusste Aufteilung.
Der Unterschied liegt somit nicht in den Funktionen selbst, sondern in der Art ihrer Organisation:
- HR-Suite → zentrale Plattform mit breitem Funktionsumfang
- Best-of-Breed → mehrere spezialisierte Systeme mit klarer Rollenverteilung
Dadurch entsteht im Best-of-Breed-Modell eine höhere Flexibilität, gleichzeitig aber auch eine größere Komplexität in der Systemlandschaft.
Rolle innerhalb der HR-Systemstrategie
Best-of-Breed HR-Systeme sind kein isoliertes Konzept, sondern ein zentrales Architekturmodell innerhalb der HR-Systemstrategie. Sie definieren, wie Systeme strukturiert werden und welche Logik der Gesamtlandschaft zugrunde liegt.
In der Praxis wird der Best-of-Breed-Ansatz häufig mit einem Core-HR-System kombiniert. Dieses dient als führende Instanz für Stammdaten, während spezialisierte Systeme zusätzliche Funktionen übernehmen.
Die HR-Systemstrategie legt dabei fest:
- welche Systeme eingesetzt werden
- welche Rolle jedes System übernimmt
- wie Daten zwischen den Systemen fließen
Ohne diese übergeordnete Struktur kann ein Best-of-Breed-Ansatz nicht konsistent funktionieren.

Checkliste
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Integrationsanforderungen und Systemverknüpfung
Da mehrere Systeme parallel eingesetzt werden, ist die Integration ein zentraler Bestandteil von Best-of-Breed HR-Systemen. Die einzelnen Anwendungen müssen Daten austauschen, um durchgängige Prozesse zu ermöglichen.
Dabei ist insbesondere die Datenlogik entscheidend. Es muss klar definiert sein:
- welches System Daten erzeugt
- welches System Daten verändert
- welches System Daten nur nutzt
Nur wenn diese Regeln eindeutig festgelegt sind, lassen sich Inkonsistenzen und doppelte Datenpflege vermeiden.
Datenkonsistenz und Systemgrenzen
Ein wesentliches Merkmal von Best-of-Breed HR-Systemen ist die klare Trennung von Systemgrenzen. Jedes System verwaltet einen bestimmten Datenbereich, wodurch Verantwortlichkeiten eindeutig zugeordnet werden.
Gleichzeitig entsteht dadurch die Notwendigkeit, Daten konsistent zu halten. Da mehrere Systeme beteiligt sind, muss sichergestellt werden, dass alle Anwendungen mit denselben Informationen arbeiten.
Dies erfordert eine strukturierte Datenführung und eine klar definierte Synchronisation zwischen den Systemen.
Einordnung im HR-Kontext
Best-of-Breed HR-Systeme sind insbesondere in komplexeren Organisationen verbreitet, in denen einzelne HR-Prozesse unterschiedliche Anforderungen aufweisen. Der Ansatz ermöglicht es, für jeden Bereich eine passgenaue Lösung zu wählen.
Gleichzeitig stellt er höhere Anforderungen an die Systemsteuerung, da mehrere Anwendungen koordiniert werden müssen. Damit ist der Best-of-Breed-Ansatz weniger ein reines Softwarethema, sondern vielmehr eine Frage der Systemarchitektur und -organisation.
Fazit
Best-of-Breed HR-Systeme beschreiben einen modularen Ansatz zur Gestaltung der HR-Systemlandschaft, bei dem spezialisierte Lösungen für einzelne Prozesse eingesetzt werden. Sie ermöglichen eine hohe funktionale Tiefe und Flexibilität, erfordern jedoch eine klare Struktur in Bezug auf Integration, Datenführung und Systemrollen.
FAQ
Was bedeutet Best-of-Breed bei HR-Systemen?
Der Begriff beschreibt den Einsatz spezialisierter Softwarelösungen für einzelne HR-Prozesse anstelle eines integrierten Gesamtsystems.
Wie unterscheiden sich Best-of-Breed-Systeme von HR-Suiten?
Best-of-Breed nutzt mehrere spezialisierte Systeme, während HR-Suiten viele Funktionen in einer Plattform bündeln.
Welche Systeme gehören typischerweise dazu?
Dazu zählen unter anderem Recruiting-, Payroll-, Zeitwirtschafts- und Talentmanagement-Systeme.
Warum ist Integration bei Best-of-Breed wichtig?
Da mehrere Systeme eingesetzt werden, müssen diese Daten austauschen, um konsistente Prozesse zu gewährleisten.
Ist Best-of-Breed für jedes Unternehmen geeignet?
Der Ansatz eignet sich besonders für Organisationen mit komplexen Anforderungen an einzelne HR-Prozesse.